Der gesunde Wein

Wein als solcher stellt - in Maßen genossen - keine Gefahr für die Gesundheit dar, im Gegenteil. Erstaunlicherweise verlängert moderater Weinkonsum gerade im Alter die Lebenserwartung. Das tägliche Gläschen Wein (oder auch zwei) hat gemäß einer Studie des dänischen Gesundheitsministeriums eine Senkung des Herzinfarktrisikos von bis zu 60 % zur Folge.

Wein besteht zu etwa 80 bis 90 % aus Wasser, mengenmäßig gefolgt vom Alkohol in Ethanolform. Bei Dessertweinen liegt die Konzentration in einem Bereich von 8 bis 20 Vol%. Je nach Rebsorte und Jahrgang, Klima und Ausbau der Weine schwanken die restlichen Substanzen im Wein. Sowohl die natürliche Süße als auch die Methodik bei der Weinherstellung bedingen den jeweiligen Zuckergehalt, der zwischen 2 und 80 g/ltr. liegt. Die im Wein befindlichen Zuckerverbindungen sind Fructose und Glucose.

Außer Alkohol und Zucker sorgen verschiedene Säuren für den frischen und fruchtigen Geschmack des Weines, und zwar Wein-, Apfel- und Milchsäure. Die restlichen Inhaltsstoffe sind nur noch spurenweise feststellbar, was jedoch keinen Rückschluss auf ihre Wirksamkeit zulässt.

Diese so genannten Mikronährstoffe wie u. a. Kalium, Magnesium, B- und C-Vitamine, Spurenelemente sowie Polyphenole. Darunter versteht man eine große Gruppe von Verbindungen, die allesamt auf der Phenol-Struktur aufgebaut sind. In relativ kleinen Mengen kommen sie in allen Pflanzen vor. In Weintrauben sind besonders Polyphenole aus der Gruppe der Flavonoide nachweisbar. Die in der Traubenschale befindlichen Flavonoide schützen das tiefer liegende Gewebe vor Pilzen, Parasiten und den negativen Auswirkungen der Sauerstoffmoleküle der Luft. Sie stellen somit für die Pflanzen natürliche Antioxidantien dar und schützen die Frucht vor vorzeitiger Alterung.

Die gleiche Wirkung entfalten sie auch beim Menschen, da sie schädigende Sauerstoffreaktionen wie die Bildung ?freier Radikaler' in den Körperzellen verhindern, welche in ursächlichen Zusammenhang mit Krebsentstehung, Herzkranzgefäßerkrankungen und Alterungsprozessen gebracht werden. Bedingung für die positive Wirkung der Flavonoide ist allerdings die Aufnahme von Vitamin E, wie es in der mediterranen Küche mit Öl, Fisch und Gemüse üblich ist.

Weitere positive Substanzen sind Epicatechingallate sowie Resveratrol. Letzteres bremst die Verklumpung der Blutplättchen, vermindert das schädliche LDL-Cholesterin und erhöht das gute HDL-Cholesterin. Dies dient dem Schutz vor koronaren Herzerkrankungen.


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