So gelingt der Wechsel in die private Krankenversicherung

Ein Wechsel in die private Krankenversicherung kann sich lohnen, denn es winken eine Menge Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Der größte Vorteil dürften aber die umfangreichen und vertraglich garantierten Leistungen sein.

Nicht jeder kann wechseln

Der Weg in die private Krankenversicherung steht nur Personen offen, für die keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht. Das sind zum einen Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze ("Jahresarbeitsentgeltgrenze") von derzeit 4.125 Euro liegt. Weiterhin können auch Beamte mit Beihilfeanspruch, Selbstständige und Freiberufler in die private Krankenversicherung wechseln. Ein wesentlicher Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung liegt darin, dass es in der privaten Krankenversicherung keine beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen gibt. Das bedeutet beispielsweise, dass ein Selbstständiger neben seinen eigenen Beiträgen auch die für seine Ehefrau und Kinder aufbringen muss.

Danach richtet sich der monatliche Beitrag

Die private Krankenversicherung wird von Versicherungsgesellschaften angeboten, die mit Gewinnerzielungsabsicht arbeiten. Die Höhe der Versicherungsprämie richtet sich im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung daher nicht nach dem Einkommen, sondern ist von einer Vielzahl anderer Faktoren abhängig. Neben Geschlecht und Eintrittsalter zählen hierzu vor allem der aktuelle Gesundheitszustand sowie etwaige Vorerkrankungen. Wer keine Leistungen in Anspruch genommen hat, bekommt bei manchen Versicherungsverträgen im Rahmen der Beitragsrückerstattung sogar die bezahlten Prämien teilweise wieder zurück. Meistens bieten die Versicherungsgesellschaften unterschiedliche Tarife (Basis/Standart/Premium) an, so dass für jeden Bedarf und Geldbeutel der Richtige dabei ist. Man muss also individuell abwägen, welche Leistungen man braucht und was man dafür bezahlen möchte.

Das sind die wichtigsten Vorteile

Die private Krankenversicherung unterliegt keinem starren Leistungskatalog wie die gesetzliche Krankenversicherung. Vielmehr hängen die Leistungen vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab und können individuell vereinbart werden. Das bedeutet auch, dass vertragliche Leistungen nicht einfach gekürzt oder gestrichen werden können. So hat man beispielsweise freie Arzt- und Krankenhauswahl und braucht sich keine lästigen Überweisungen der Ärzte untereinander einholen. Auch fallen Erstattungen für Heil- und Hilfsmittel wie etwa Brillen, Kontaktlinsen und Rollstühle in der privaten Krankenversicherung oft viel höher aus als in der Gesetzlichen. Bei Zahnersatz und Arzneimitteln muss man viel weniger zuzahlen oder bekommt die Kosten je nach Vertrag auch bis zu 100 Prozent ersetzt. Bei Reisen in Europa hat man in der privaten Krankenversicherungen ständig einen kompletten Versicherungsschutz (weltweit: 2 Monate), während Auslandsbehandlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung nur eingeschränkt möglich sind. In der privaten Krankenversicherung kann man zudem auch krankheitsbedingten Verdienstausfall (Krankentagegeld) absichern, ohne dass es betragsmäßige oder zeitliche Beschränkungen gibt.

Auch ein Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung ist möglich

Die Wahl einer bestimmten Versicherungsgesellschaft ist grundsätzlich keine Entscheidung fürs Leben. Wer ein besseres Angebot findet, kann ganz normal mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist aus seinem Vertrag aussteigen. Außerdem gibt es wie bei jeder Versicherung ein außerordentliches Kündigungsrecht, wenn die Beiträge steigen. Grundsätzlich sollte man aber erst kündigen, wenn der neue Vertrag unter Dach und Fach ist. Denn private Krankenversicherungen können Risikopersonen wie etwa ältere und kranke Menschen im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung durchaus auch ablehnen. Außerdem sollte man bedenken, dass die Beiträge mit zunehmenden Alter immer höher werden. Jedes Lebensjahr erhöht also das Risiko auf Beitragszuschläge, so dass ein Wechsel in aller Regel nur in jungen Jahren ratsam ist.


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