Nymphensittiche

Vor allem braucht jeder Nymphensittich einen gegengeschlechtlichen Partner. Denn auch in ihrer Heimat Australien gehen die sozialen Tiere lebenslange Bindungen ein. Was gilt es zu beachten, wenn man mit der Anschaffung von Nymphensittichen liebäugelt? Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Haltung in der Wohnung (in Außenvolieren gelten gänzlich andere Bedingungen).

Vorraussetzungen:

Zunächst sollte geklärt werden ob alle Familienmitglieder einverstanden sind und niemand allergisch auf Vögel reagiert. Asthmatiker sollten mit ihrem Arzt sprechen, bevor die Tiere ins Haus kommen. Auch braucht bereits ein Paar Nymphensittiche viel Platz. Die Voliere sollte mindestens einen Quadratmeter Grundfläche aufweisen ohne sich in der Höhe zu verjüngen. Es gilt natürlich je größer, desto besser. Freiflug ist unerlässlich!

Für den Freiflug muss das Zimmer vogeltauglich eingerichtet sein. Fensterscheiben werden nicht als Grenze erkannt und können schnell zum Todesurteil werden. Daher sind Gardinen, Jalousien, oder Fensterbilder geeignet, um Unfälle zu vermeiden.

Zusätzlich ist es ratsam eine Anflugstelle einzurichten. Dazu kann man Äste unter der Zimmerdecke aufhängen oder einen "Kletterbaum" basteln. Für einen Hängespielplatz muss man nur einige Haken in die Decke drehen und größere Äste an Seilen aufhängen. Als Kotfang kann man Papier oder Läufer verwenden. Einfache Stoffläufer halten auch die Kochwäsche in der Maschine gut aus. Für einen Kletterbaum eignet sich ein verzweigter Ast ab etwa 150cm Größe. Diesen kann man z.B. in Zement in einen Eimer gießen. Legt man vorher eine Mülltüte ein, kann der Eimer später weiter verwendet werden. Mittels Sisalseil kann man weitere Äste quer anbinden.

Anschaffung

Sind nun alle Vorbereitungen getroffen, kann man es natürlich kaum erwarten die neuen Bewohner zu bekommen. Leider ist die Geschlechtsbestimmung bei Nymphensittichen dank immer neuer Mutationen für den Laien (und auch einige Fachkräfte ;-) kaum noch möglich. Zudem sehen Junghähne genauso aus wie erwachsene Hähne. Ich empfehle Anfängern gleich zu einem bereits verpaarten Duo zu greifen. Im Tierheim, Nymphensittichforum oder Anzeigenmarkt wird man schnell fündig und hat zudem auch keine Sorgen mit unverträglichen Tieren. Es ist ein Mythos, dass nur Einzelvögel und Jungtiere zahm werden. Zufriedene und selbstbewusste Tiere bauen meist schneller und nachhaltiger Vertrauen zum Menschen auf. Und glücklich sind Nymphensittiche vor allem im Schwarm!

Handaufzuchten bringen viele Probleme (Verhaltensstörungen, Fehlprägungen, gesundheitliche Schäden) mit sich und sollten daher abgelehnt werden.

Falsche Einrichtung

Das oft angebotene "Spiegelchen" gaukelt einen nicht vorhandenen Partner vor. Spiegel, Sandpapiereinlagen und -stangen gelten als tierschutzwidrig und haben nichts in der Voliere zu suchen. Anstatt gedrechselter Sitzstangen sollte man lieber regelmäßig frische Äste verwenden. Ein Salzleckstein schädigt die Nieren, wie auch jegliche salzhaltige Nahrung. Besser sind Mineralienblöcke und aus dem menschlichen Nahrungsspektrum maximal ungesalzene Nudeln, gekochte Kartoffeln oder mal ein kleines Stück getrocknetes Brot.


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