Heunetz - Wenn dann richtig!
Heunetze kommen immer mehr in Mode. Das hat verschiedene Gründe, die ich an dieser Stelle einmal etwas näher betrachten möchte.
Pferde sind nun mal daran gewöhnt langsam zu fressen. Sie stehen auf der Wiese, Kopf gesenkt und zuppeln langsam das Gras von der Weide. Klasse! Ansonsten gibt es ja noch den Maulkorb. Auch gut!
Im Stall ist es leider oftmals so, das ein Haufen Heu an (un)passender Stelle positioniert wird. Passende Stelle bedeutet, dort wo es auf Grund der baulichen Gegebenheiten sinnvoll ist. Ich habe schon Ställe gesehen, wo sich die Tiere nach oben recken mussten, um an Ihr Fressen zu kommen. Diese Haltung ist natürlich vollkommen unnatürlich- wir haben ja keine Giraffen. Am liebsten sind mir da immer noch diejenigen Pferdehalter, die das Heu einfach auf den Boden legen. Vorausgesetzt es wird nicht die beliebte Matratzenmistung vorgenommen. Ich mag es ja auch nicht, wenn mein Essen auf Fäkalien liegt.
Einen entscheidenden Nachteil hat aber auch diese Methode. Die Tiere fressen zu schnell. Solch ein Haufen Heu ist ratzfatz weggefressen. Und dann wird es dem Liebling in seinem Zuhause langweilig. Glücklich können sich die Pferde fühlen, die in einem Laufstall oder einer Paddockbox untergebracht sind. Die oben beschriebenen Probleme bestehen aber im Prinzip hier ebenfalls. Falsche Fresshaltung, zu schnelles Fressen und im Laufstall eventuell noch der Stress mit anderen (futterneidischen und eventuell ranghöheren Tieren).
Hier bieten sich Heunetze geradezu an. Ein Heunetz kann man eigentlich überall anbinden. Meistens bietet sich irgendwo eine Möglichkeit. Und da die Heunetze (zumindest meine) über ein genügend langes Seil verfügen, kann man sie auch etwas höher anbinden und „runter hängen“ lassen. Mein Max bekommt abends wenn es in die Box geht ein 50x100 Netz in die Box gehängt. Seine Box ist unten mit Brettern geschlossen, oben befinden sich Gitter. Die sind sehr stabil und hervorragend geeignet um etwas anzubinden. Da hängt sowohl der Leckstein als auch das Heunetz.
Bei der Anschaffung des Heunetzes sollte man allerdings nicht auf das nächstbeste Sonderangebot eingehen. Sonderangebote sind gut, und wenn man Geld sparen kann - warum nicht? Allerdings ist es wichtig ein Heunetz zu erwerben, welches eine geringe Maschenweite hat. Die üblichen Heunetze haben eine Maschenweite von 5 cm. Das ist ein Witz. Da fällt das Heu schon raus, wenn man nur einmal schüttelt. Langsames fressen können wir hier wohl ausschließen, den Begriff Fressbremse will ich hier gar nicht erwähnen. Am besten ist eine Maschenweite von ca. 3,5 cm. Je nachdem wie prall gefüllt das Heunetz ist, sind die Maschen dann gespannt (4 cm) oder locker (3 cm). Das sind gute Werte. Das Tier bekommt genug heraus (wir wollen unseren Liebling ja nicht schikanieren) aber auch so dosiert, das es langsam frisst, lange beschäftigt ist und keine Langeweile aufkommt. Eben wie von der Natur gewollt;).
Allergien sind ja leider nicht nur für uns Menschen zum Dauerthema geworden. Wenn Ihr Pferd empfindlich auf Staub reagiert, sollten Sie ebenfalls die Nutzung eines Heunetzes in Erwägung ziehen. Durch die Maschen fällt nämlich beim „rumzubbeln“ am Netz der Staub nach unten auf die Erde. Im Netz bleibt nur das reine Heu zurück. Im Grunde genommen entstaubt das Pferd sein eigenes Futter.
Und noch ein Tipp. Diesmal für die Herdenhaltung (und unsere Lieblinge sind nunmal Herdentiere). Wenn mehrere Tiere sich eine Futterstelle teilen sind Reibereien ganz natürlich und im Grunde nicht weiter tragisch. Aber um Stress zu vermeiden sollte man einfach mehrere Heunetze in genügendem Abstand befestigen. Oftmals habe ich festgestellt, dass ein großes Heunetz benutzt wird. Davon bin ich gar kein Freund. Lieber mehrere kleine, auch wenn es etwas mehr Arbeit macht. Und die Kosten für mehrere kleine Netze sind nicht viel höher (oder sogar niedriger) als für ein großes Netz. Und was die Arbeit angeht, sooooo schlimm ist es auch nicht mehrere Neunetze zu befüllen. Wieso eigentlich Arbeit? Das ist unser Hobby und macht Spaß, schon vergessen?
Zum Abschluss muss ich leider noch auf ein kleines Manko von Heunetzen hinweisen. Prinzipiell besteht die Gefahr, mit dem Huf im Netz hängenzubleiben. Mein Pferd ist hat keine Eisen (Thema Barhuf) und ist noch nie im Heunetz hängengeblieben. Bei beschlagenen Tieren ist diese Gefahr aber nicht ganz auszuschließen. Auch wenn ich es noch nie gesehen habe und auch niemanden kenne, dem es passiert ist, halte ich es für meine Pflicht auf diese Gefahr hinzuweisen. Übrigens ein weiteres Argument für eher engmaschige Netze. Denn je weiter die Maschen, desto höher das Risiko hängenzubleiben.
Wie immer hoffe ich Ihnen ein paar interessante Informationen und Anregungen gegeben zu haben. Und wie immer stehe ich gerne für Anregungen bzw. Fragen zur Verfügung. Und an dieser Stelle sei mir noch ein bisschen Werbung erlaubt. Beim Reitsportzubehör finden Sie klasse Heunetze, die wir ebenfalls nutzen und wir sind sehr zufrieden. Unterstützen Sie uns und andere Menschen die tierlieb sind (z.B. Schildkrötenseiten) bei Ihrer Arbeit!
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