DVB-T Übertragung

Digital Video Broadcasting Terrestrial, kurz DVB-T ist neben Satelliten (DVB-S)- und Kabelfernsehen (DVB-C) eine weitere Möglichkeit digitales Fernsehen zu empfangen.

Die Übertragungsfrequenzen entsprechen den UHF- und VHF-Kanälen. Im Gegensatz zur Analogtechnik lassen sich bei der digitalen Aussendung die Kanäle jedoch deutlich effizienter ausnutzen, da pro Kanal mehrere Sender übertragen werden können. Die mögliche Datenrate je Kanal liegt zwischen 12 Mbit/s und 20 Mbit/s. Die Datenrate eines Kanals wird dann auf mehrere Programme aufgeteilt, sodass bei üblicherweise vier Programmen pro Kanal jedes einzelne Programm eine Bitrate von 3 bis 3,5 Mbit/s erhält. Das ist vergleichsweise gering, wenn man bedenkt, dass eine DVD maximal 9,8 Mbit/s verwendet, reicht aber aus, um eine gute Bildqualität zu erreichen.

Die digitale Übertragung erlaubt Ihnen eine deutlich größere Programmvielfalt als analoges Fernsehen. Zwar erreichen Sie mit DVB-T nicht die Anzahl von Satelliten- und Kabelfernsehen, die mehrere hundert Programme übertragen können, rund 30 verschiedene Fernseh-Programme sind aber auch mit der digitalen Antennentechnik durchaus möglich.
Wenn Sie auf die große Auswahl an Sendern verzichten können, fahren Sie mit DVB-T gegenüber dem Kabelfernsehen erheblich günstiger, denn es fallen keine laufenden Gebühren für den Kabelnetzbetreiber an.

Neben der größeren Programmauswahl, gibt es leider noch weitere Nachteile gegenüber DVB-C und DVB-S. In vielen Häusern können die hochfrequenten Signale nicht durch die Wände dringen. Besonders Betonwände schirmen häufig die Ausstrahlung ab. Abhilfe schafft dabei, wenn Sie die Antenne in Fensternähe platzieren. Aber auch innerhalb der Wohnräume kommt es häufig zu Signalstörungen, die durch elektrische Geräte, wie zum Beispiel Computer oder Mobiltelefone verursacht werden. Ein besonderes Phänomen bei Digitalfernsehen via. Antenne ist das sogenannte Einfrieren des Bildes. Da nicht wie bei Analogübertragung das Bild bei nachlassen der Qualität des Signals nur langsam schlechter wird, sondern plötzlich, können Bild und Ton bei digitaler Übertragung rasch verschwinden. Dies tritt allerdings nur in Randbereichen auf, die eine sehr hohe Entfernung zum Sender haben. Statt einer passiven Antenne sollte in diesen Fälle auf aktive DVB-T-Antennen zurückgegriffen werden. Der entscheidende Vorteil liegt im integrierten Verstärker, der für eine zusätzliche Signalstärke sorgt.

Voraussetzung für den digitalen Fernsehgenuss ist neben der DVB-T-Antenne ein externer Digitalreceiver oder ein Fernsehgerät mit integriertem Empfangsmodul. Mittlerweile kann man DVB-T auch am Computer nutzen. Eigens dafür entwickelte DVB-T-Sticks, die an den USB-Port angeschlossen werden erlauben digitales Fernsehen.

Inzwischen nutzen bereits über 4 Millionen Haushalte in Deutschland DVB-T. Das geht aus dem Digitalisierungsbericht 2009 der Landesmedienanstalten hervor. Bis 2008 wurden insgesamt etwa 600 analoge TV-Sendeanlagen durch DVB-T-Sender ersetzt. Inzwischen können mehr als 90 Prozent der deutschen Bevölkerung über Digitalantenne empfangen. Der letzte analoge Sender wurde Ende Juni 2009 abgeschaltet.


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