Kurische Nehrung
Neringa, wie der litauische Teil der Kurischen Nehrung (lt. Kursiu Nerija ) genannt wird, ist sicherlich eines der landschaftlich interessantesten Gebiete Litauens und seit dem Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Die Halbinsel trennt die Ostsee von der Kurischen Nehrung und ist Nationalparkgebiet. Einer alten litauischen Sage nach hat die Riesin Neringa einen langen Sandwall aufgeschüttet, um die Fischer vor der rauen See zu beschützen. Lange Zeit war genau dieser Sand daran schuld, dass die Dörfer der Nehrung unter den Wanderdünen begraben wurden. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es, die Dünen zu bepflanzen und so zu stabilisieren.
Die kilometerlangen Sanddünen mit ihrer seltenen Pflanzenwelt sind auch heute noch ein Naturschauspiel sondergleichen. Eine der höchsten Dünen Europas, die Hohe Düne, befindet sich in Nida (dt. Nidden). Thomas Mann, der drei Sommer lang, seine Ferien dort verbrachte schrieb darüber: ?Kennen Sie die Dünen auf Sylt? Man muss sie sich verfünffacht denken, man glaubt in der Sahara zu sein? Alles ist weglos, nur Sand, Sand und Himmel.?
Doch die Kurische Nehrung hat noch eine Menge anderer Sehenswürdigkeiten zu bieten. So sind allein die Ortschaften der Nehrung, Nida (dt. Nidden), Preila (dt. Preil), Pervalka (dt. Perwelk), Juodkrante (dt. Schwarzort) und Smiltyne (dt. Sandkrug) reizvolle Dörfer, die von der Fischerei geprägt sind und interessante Kirchen, Friedhöfe oder andere Baudenkmäler vorzuweisen haben. Besonders hervorgehoben werden können der ?Hexenberg? (Skulpturensammlung), das Meeresmuseum oder die Reiher- und Kormorankolonie als begehrte Ausflugsziele. Die Anreise lässt auf die Kurische Nehrung lässt sich am Einfachsten über den Flughafen Palanga oder der Hafen von Klaipeda vollziehen.
Die Nehrung ist von Klaipeda (dt. Memel) aus mit der Fähre zu erreichen und ist fast in ganzer Länge (100 km) von einer asphaltierten Straße durchzogen, während der litauische Teil etwa bis zur Mitte geht, aber auch ein 26 km langer Radweg bietet Gelegenheit, die interessantesten und schönsten Orte des Nationalparks zu besichtigen. Naturfreunde, die sich für das Beeren- und Pilzsammeln interessieren, können in der Saison voll auf ihre Kosten kommen, ebenso wie Hobbyfischer, Segelsportler oder Strandurlauber. Das touristisch gut erschlossene Gebiet hat für jeden etwas zu bieten.
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