Tischfussball - Kicker

Eigentlich dachte ich immer kickern das wäre nur etwas für das männliche Geschlecht. Gern ließ ich mich aber von Freunden eines besseren belehren. Es war an einem Samstag Abend, als ich mein neues Hobby für mich entdeckte. Wir verabredeten uns mal wieder in einer Kneipe mit einigen Freunden. Die einzige Attraktion an diesem verrauchten Ort stand in der Mitte des Raumes - ein Kicker. Nicht mehr ganz neu und auch schon mit einigen Gebrauchsspuren wurde er von einer Masse von Leuten umlagert. Da war es wieder - mein Vorurteil. Kickern - nur was für Männer.

Zumindest machte ich in der Menschenmenge nur wenige weibliche Köpfe aus. Im Laufe des Abends forderten sich die diversen Teams immer wieder heraus. Sie schienen wie von einer Sucht gepackt. Ich dachte nur so bei mir - typisch Mann. Da sagte mein Mannn zu mir: Los komm lass es uns doch auch mal versuchen. Zunächst sträubte sich alles in mir. Oh nein, ich will mich doch nicht blamieren. Nicht vor den ganzen Leuten. Schließlich kannte ich den ein oder andernen nur zu gut. Widerstand zwecklos und schon lag unser 50 Cent Stück auf dem Rand des Kickertisches. Oh nein. Zum Glück lagen noch einige Münzen vor uns. Doch ehe ich mich versah waren wir auch schon dran. Krampfhaft überlegte ich mir, welche Position wohl die richtige für mich sei. Hinten? Da brauche ich nur 3 Figuren koordinieren. Aber die Verantwortung für die Tore die wir in den Kasten bekommen könnten war mir dann doch zu groß. Besser vorne kicken, da fällt es vielleicht nicht gleich so auf, dass ich noch nie gekickert hatte.

Nie, nein das stimmt so eigentlich nicht. Früher, als ich noch ein kleines Mädchen war, da habe ich häufiger mit Freunden gekickert. Zum Beispiel im Freibad. Da stand eigentlich jeden Sommer ein Kicker und es hat uns mächtig Spaß gemacht. Die Tore verstopften wir mit unseren T-Shirts, damit wir länger spielen konnten. Geld war schließlich knapp und kickern verdammt teuer. Ach ja, früher machte mnan sich nicht so viele Gedanken um Dinge wie "Bin ich nicht viel zu schlecht, blamiere ich mich vielleicht vor den anderen" und ähnliche Dinge. Das Leben war einfacher. Wenn man sich entschied zu kickern, so kickerte man einfach drauf los. Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Los sagte die vertraute Stimme meines Mannes zu mir. Wir sind dran. Kurz schaute ich unsere Gegner an. Zwei Typen die bereits seit längerer Zeit ungeschlagen am Tisch standen. Aber so schnell ließ ich mich nicht verschrecken. Blicke und Sprüche wie - gegen eine Frau zu kicken ist ja gar keine Herausforderung und ähnliches kamen mir zu Ohren. Der Ehrgeiz packte mich. Denen wollte ich es zeigen. Die sollten noch ihr blauses Wunder erleben. Aber nicht in dieser Partie, denn da verloren wir - nicht zu Null, aber doch sehr eindeutig.


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