Geschichte der Taschenuhr
Die klassische Taschenuhr ist eine Analoguhr mit zwei Zeigern. Sowie Taschen- als auch Armbanduhr begleiten ihren Träger als "omnipräsente" Zeitanzeiger. Omnipräsent ist die lateinische Bezeichnung für "allgegenwärtig".
Die Taschenuhr war und ist ein Statussymbol. Auf Grund ihrer kunstvollen Verarbeitung waren Taschenuhren sehr teuer und nur den Reichen vorbehalten. In historischen Porträts ließen sich Adelige und höhergestellte Bürger mit Taschenuhren malen, um so Ihren Reichtum zur Schau zu stellen. Heute sind diese Uhren Sammler- oder Erbstücke und können einen hohen Preis haben.
Es gibt zwei Bauformen der Taschenuhr. Die Savonette ist eine Sprungdeckeluhr mit einer seitlichen Aufzugskrone. Die Lepine hat keinen Deckel und die Aufzugskrone befindet sich oben.
Der Beruf des Uhrmachers tauchte im Jahr 1269 das erste Mal in Aufzeichnungen des französischen Klosters Beaulieu auf. Mechanische Räderuhren gibt es seit dem Hochmittelalter.
Am Ende des 14. Jahrhunderts gab es in den größeren Städten Europas eine Räderuhr, was Auskunft über den Reichtum der Stadt gab. In den Bürgerhäusern und in der Schifffahrt wurden Sanduhren verwendet.
Im Jahr 1427 erfand Heinrich Arnold die Uhrfeder. Sie wurde in mechanischen Zeitmessern verwendet und waren in Klöstern und großen Kirchen zu finden.
Peter Henlein baute 1504 die erste Taschenuhr, die "das Nürnberger Ei" genannt wurde.
Zu dieser Zeit befand sich das Zentrum der Uhrmachergilde in Süddeutschland, hauptsächlich in Augsburg und Nürnberg. Jetzt wurden Taschenuhren zur Mode und zu Schmuckstücken.
In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurden Uhren an Ketten oder Bändern um den Hals getragen. Zu dieser Zeit waren die Zeitmesser sehr ungenau und hatten nur einen Stundenzeiger. Erst mit der Erfindung der Unruh, in der Mitte des 17. Jahrhunderts, wurde die Genauigkeit der Zeitanzeige erhöht und ein Minutenzeiger eingebaut.
Zur Wende des 20. Jahrhunderts wurden die Taschenuhren noch einmal verkleinert und Damen trugen ihre Uhren am Arm. Daraus entstand die Armbanduhr.
Herren trugen die Uhren weiterhin an der Kette, aber die praktische Uhr am Handgelenk setzte sich weiter durch und ist heute nicht mehr wegzudenken.
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