Porzellan - weisses Gold

Die erste industrialisierte Fertigungsmethode kann den Chinesen bei der Produktion von Porzellan zugeschrieben werden. Denn bereits um 1500 begann in China die erste für den Weltmarkt bestimmte Massenfertigung.

Das Material besteht aus einer Tonsubstanz (dem Kaolin), Quarz und Feldspat. Die einzelnen Bestandteile werden zunächst fein gemahlen und mit Hilfe von Wasser zu einer geschmeidigen Masse vermengt. Je länger die Vermengung dauert, desto feiner wird der spätere Scherben. Das Überschüssige Wasser wird mit Hilfe von Pressen entfernt und die Masse dann längere Zeit gelagert. In dieser Periode 'reift' sie und erhält dadurch die für die Weiterverarbeitung nötige Geschmeidigkeit. Mit Hilfe von Schlag- und Walzmaschinen werden im nächsten Schritt Luftbläschen und andere Einschlüsse durch Kneten und Entlüften entfernt.

Auf der Drehescheibe entstehen alle runden Formen, Figuren und asymmetrische Teile werden zumeist gegossen. Hierfür wird die Porzellanmasse zum sogenannten Schlicker verflüssigt. Es folgt die Trocknung und das Zusammensetzen der Einzelteile. Hierbei werden auch feinste Details herausgearbeitet und Fehler retuschiert.

Das fertige Stück wird dann im Glüh- oder Vorbrand bei etwa 900-950° C gehärtet. Der nun entstandene Scherben ist nicht mehr verformbar, nimmt aber durch seine poröse Struktur einerseits die Unterglasurfarben (wie das typische Zwiebelmuster) als auch die Glasur auf. Im Scharffeuer bei etwa 1400° C erfolgt der Glattbrand, bei dem die Bestandteile zum eigentlichen Porzellan gesintert werden. Nun hat es die typischen Eigenschaften, die es so wertvoll - aber auch zerbrechlich machen. Der dünne Scherben ist durchscheinend, sein Klang ist hoch und er ist sowohl säure- als auch relativ kratzfest.

Um farbiges Dekor aufzutragen, benötigt man spezielle Farben (gut gehütete Geheimnisse der Hersteller), die sich bei etwa 850° C im Dekorbrand mit dem Porzellan verbinden. Die Kunst ist es dabei, die jeweiligen Farben zum Leuchten zu bringen. Als Metalldekore kommen Gold, Platin und Silber zum Einsatz (letzteres muss gegen Sulfidieren extra geschützt werden).

Die Einsatzmöglichkeiten von Porzellan sind vielfältig: Nicht nur Geschirr, sondern auch technisches Gerät, elektrische Isolatoren und viele medizinische Artikel bilden einen großen Anwendungsbereich des weißen Goldes. Und guter Kaffee schmeckt immer noch am besten aus einer dickwandigen Porzellantasse


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