Comic und Computerspiel
Als Kind gab es in meinem Leben kaum eine größere Freude, als einen guten Comic in den Händen zu halten und in unmittelbarer Reichweite etwas Leckeres zu Essen und Trinken zu haben.
Dann blieb nur noch ein Wunsch offen: Die Zeit anzuhalten um diesen Zustand in die Ewigkeit zu sichern. Dass dieser letzte Wunsch nicht in Erfüllung ging, war das traurig erlebte Glück, den Körper schlank behalten zu haben, der zweifelsohne hätte dick werden müssen, wenn nicht doch die letzte Seite meiner geliebten Bildergeschichte irgendwann ausgelesen war.
Um die Identifikation mit meinem Comic-Helden weiter halten zu können, blieb dann nur noch eines. Die Welt da draußen vor meinem Zimmerfenster zu verzaubern, um es meinem Helden nachzutun in einer frisch von mir erbauten Wirklichkeit voller Gefahren und wilder Tiere.
Jetzt galt es über Schluchten zu springen, Felsen zu erklettern, Prinzessinnen zu retten und auf der Flucht vor dem erweckten Drachen von Ast zu Ast zu hechten.
In meiner Kindheit gab es all die Abenteuer ausschließlich in meiner Fantasie, was ich zugegeben bedauerte, denn ich habe mich oft genug danach gesehnt, in ein wirkliches Abenteuer hinein zu schlittern.
Wenn ich daran denke, wie leicht es heutzutage ist, seine Abenteuer zu erleben und dabei nichts weiter tun zu müssen, als seinen Zeigefinger krumm zu machen, während man in einer virtuellen Fantasiewelt als Ritter gegen Drachen kämpft, über wundervolle Landschaften fliegt, Schätze entdeckt, dann wüsste ich nicht, ob mein Körper heute noch so gut in Form wäre.
Es ist heute so einfach in eine Welt voller Abenteuer hinein zu tauchen, dass nur noch eines auf der Strecke bleibt: Sich wirklich so fit zu fühlen, so stark und beweglich zu sein, wie der Held, in deren Rolle man über Stunden am PC schlüpft.