Kriterien für das Sammeln von antiken Uhren

Das Sammeln antiker Uhren kann nach historischen und technischen Gesichtspunkten erfolgen. Eine solche Sammlung muß Antwort geben sowohl auf kunsthistorische wie auf technische Fragen: Wie sah der Zeitmesser dieses oder jenes Zeitabschnittes in dem oder jenem Land aus? Neben den Objekten sollte man auch gute Abbildungen (Fotos, farbige Abbildungen, Postkarten usw.) von nicht mehr zu beschaffenden Kunstuhren sammeln und mit ihnen die Sammlung vervollständigen.

Wie sammelt man antike Uhren im Vergleich zu Armbanduhren? Hierzu einige Hinweise, die ein angehender Sammler nicht außer acht lassen, sollte. Es sind sechs Punkte, die der New Yorker Uhrensammler Cecinsky als wertvoll für die Auswahl der antiken Großuhren aufgestellt hat:

- Ist die Uhr nicht zu groß? Man muß bedenken, daß die antiken Uhren in mittleren und kleinen Räumen von Privatwohnungen unterzubringen sind. Alte Standuhren z. B. aus den Niederlanden und England sind von beträchtlicher Höhe und stehen in keinem Verhältnis zum normalen Wohnraum. Solche monumentale Uhren können zweifellos großen Wert besitzen, aber man muß eine Unterbringungsmöglichkeit für sie haben, ehe man sie kauft.

- Der Sammler wird im einzelnen sein Augenmerk auf folgende Prüfmerkmale richten:

  • Ist das Zifferblatt gut gestaltet und erhalten?
  • Ist der Uhrkreis (Zifferblattkreis) eng gehalten?
  • Sind die Zeiger fein gezeichnet und ausgearbeitet?
  • Ist der Grund des Zifferblatts versilbert und gut mattiert?
  • Sind die Gehäuse künstlerisch wertvoll?
  • Sind Uhrgehäuse, Zifferblatt und Zeiger im Original noch vorhanden?
  • Wie lang ist die Gehzeit der aufgezogenen Uhr? Läuft sie länger als die üblichen 8-Tage-Uhren?
  • Besitzt die Uhr ein Glockenspiel? Auch das läßt sich an bestimmten technischen Einzelheiten erkennen. Musikuhren stammen in der Regel aus späteren Zeiten, sie sind außerordentlich selten. Es gibt Spezialsammler, die z. B. nur die Flötenuhren sammeln.
  • Wie weit ist das Uhrgehäuse und das Werk restauriert worden? Bei Restaurierungsarbeiten richten Nicht-Fachleute viel Unheil, an. Es ist durchaus möglich, einem ramponierten, verwitterten Gehäuse zu seiner früheren Ansehnlichkeit und Schönheit zu verhelfen. Das erfordert freilich einen sehr geschickten Handwerker mit dem entsprechenden Uhrmacherwerkzeug, einen Könner auf seinem Gebiet - und dieser ist heute meist schwerer zu finden als solch eine wertvolle antike Uhr! Für manchen Sammler sind geeignete Fachleute unersetzbar, und sie gelten in Sammlerkreisen oft als Geheimtip.
  • Wie sind bei antiken Großuhren die Uhrgewichte und das Pende1? Sind es noch die ursprünglichen alten (oft handgeschmiedeten) Gewichte, oder wurden sie durch neuere ersetzt?

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