Die Ursprünge des Weihnachtsfestes
Bereits seit dem 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung begehen Menschen am 25. Dezember das Weihnachtsfest als den Tag, an dem der Heiland geboren worden sein soll. Dass Jesus Christus tatsächlich an jenem Tag das Licht der Welt erblickte, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.
Weihnachten baut auf heidnische Traditionen auf
Wahrscheinlich waren es recht profane und pragmatische Gründe, die für die Terminwahl verantwortlich waren. Ausgangspunkt der Überlegung ist, dass der 25. Dezember in spätrömischer Zeit mit dem Datum der Wintersonnenwende zusammenfiel. Die Römer feierten zur Sonnenwende außerdem ihren Sonnengott Sol Invictus. Als sich schließlich in Rom das Christentum durchsetzte, war es aus religionspolitischen Gründen nahe liegend, den bisherigen Feiertag mit neuen Inhalten zu beleben. Die Bevölkerung musste sich auf diese Weise nicht umstellen - der Übergang vom Heidentum zum Christentum ging schleichend vonstatten.
Alternativ zu dieser Entstehungstheorie gibt es weitere Erklärungsansätze, die den Ursprung des Weihnachtsfestes mit germanischen Bräuchen in Verbindung bringen wollen. Diese Theorie gilt aber im Allgemeinen als unbeweisbar und überholt.
Im Gegensatz zu Katholiken und Protestanten feiern die orthodoxen Kirchen Weihnachten heute nicht im Dezember, sondern im Januar. Die Ursache dieser zeitlichen Differenz von meist 13 Tagen (armenische Christen 25 Tage) liegt in der Umstellung von Julianischen auf den Gregorianischen Kalender, die von den orthodoxen Kirchen nicht nachvollzogen wurde.
Die Bescherung wurde um einen Tag vorverlegt
Streng genommen beginnt aus christlicher Perspektive Weihnachten um Mitternacht zwischen dem 24. und dem 25. Dezember. Daher wird zu diesem Zeitpunkt auch die Christmette zu Ehren von Christi Geburt gefeiert. Diese Tradition wurde aber von der evangelischen Kirche aufgeweicht, vor allem damit die Kinder ihre sehnlichst erwarteten Weihnachtsgeschenke tagsüber erhalten können. In vielen Ländern findet die Bescherung daher bereits am Heiligen Abend, dem 24. Dezember, statt. Auch das festliche Weihnachtsmahl wird bereits am 24. serviert, obwohl dieser Tag nach ursprünglicher christlicher Interpretation als letzter Fastentag der Vorweihnachtszeit gilt.