Das Markusevangelium
Innerhalb des Neuen Testamentes finden wir insgesamt vier Berichte über das Leben und Wirken Jesu, Evangelien genannt. Die Schreiber dieser Evangelien werden Evangelisten genannt, es handelt sich um Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
Es wird vermutet, dass das Markusevangelium den Evangelisten Matthäus und Lukas als Grundlage für deren eigene Berichte diente. Man nennt die ersten drei Evangelien daher auch die "synoptischen Evangelien", da sie viel Stoff gemeinsam haben.
Markus, der Verfasser des zweiten Evangeliums, war ein Jerusalemer Bürger. Sein voller Name lautete Johannes Markus und er gehörte nicht zu dem Kreis der zwölf Apostel, sondern er war zeitweise ein Mitarbeiter des Paulus. Man nimmt an, dass sich Markus durch den Dienst des Petrus bekehrte; jedenfalls wurde er später ein Begleiter von Petrus und schrieb dessen Erlebnisse auf.
Wenn es auch das kürzeste Evangelium ist, so ist die Erzählung bei Markus manchmal sogar lebendiger und ausführlicher als in den parallelen Berichten von Matthäus und Lukas, z.B. der Bericht über den Besessenen von Gerasa (Markus 5, 1-20). Da dieses Evangelium besonders für die römische Welt geschrieben wurde, stellt es Christus als Knecht des Herrn dar, der geschickt wird, um ein besonderes Werk Gottes zu vollbringen. Darum enthält dieses Buch mehr Taten als Worte Jesu, es bringt keine langen Reden und nur wenig Gleichnisse. Es enthält auffällig viele lateinische Begriffe wie Legion oder Centurio (Hauptmann).
Bei aller Kürze dieses Evangeliums, gibt es doch ein Gleichnis, das in keinem der anderen Berichte zu finden ist: Das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat (Markus 4,26-29). Grundsätzlich widersprechen sich aber die Evangelien nicht untereinander, sondern ergänzen sich vielmehr und beschreiben das Wirken Jesu aus unterschiedlichen Blickwinkeln.