Das Johannesevangelium

Im Neuen Testament finden sich insgesamt vier Evangelienberichte. Das Evangelium nach Matthäus, nach Markus, nach Lukas und schließlich das Johannesevangelium.

Eine Besonderheit dieses Evangeliums ist bereits seine spätere Entstehung. Während die ersten drei Berichte über das Leben Jesu alle etwa 60 n.Chr. verfasst wurden, so entstand das Johannesevangelium erst ca. 30 Jahre danach.

Der Verfasser des Evangeliums, Johannes, war der Sohn eines Fischers und der Salome, einer der Frauen, die dem Herrn Handreichung taten von ihrer Habe. Johannes hatte auch den Beinahmen "Donnersohn", wie wir aus Markus 3,17 erfahren.

Das Johannesevangelium wird oft als die tiefsinnigste der Schriften bezeichnet. Es unterscheidet sich in seiner Erhabenheit von den anderen drei Evangelien, auch wenn dies natürlich nicht bedeutet, dass es wichtiger oder besser als die anderen ist. Doch Jesus Christus wird in diesem Bericht als der Sohn Gottes, ja Gott selbst dargestellt. Während Matthäus den Herrn als messianischen König skizziert, Markus ihn als den gesandten Knecht darstellt und der Arzt Lukas Jesus als Menschen beschreibt, der er ja auch war, betont Johannes insbesondere die Gottheit Jesu. Somit ergänzen sich alle vier Evangelienberichte auf besondere Weise.

Wenn man eine Umfrage unter Bibellesern machen würde, welches ihnen das liebste Evangelium ist, so würden sicherlich die Meisten das Evangelium des Johannes nennen. Es ist lieblich und von majestätischer Schönheit. Nur im Johannesevangelium findet sich beispielsweise das "hohepriesterliche Gebet" Jesu (Johannes 17). Hier betet Jesus selbst zum Vater für die Seinen, sowohl die Juden, als auch die Angehörigen der Nationen, die an Christus glauben.

Der Anfang dieses Evangeliums ("Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott...."), erinnert sehr an die Anfangsworte des ersten Buches Mose ("Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde....").
Johannes fährt fort: "und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns" (Johannes 1,14), was deutlich macht, dass Gott in Jesus Christus Mensch wurde und in unsere Welt kam, zur Erlösung der glaubenden Menschen.


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