Karneval 2010: Schunkeln, Bützen und jede Menge närrisches Treiben
Das Karnevalsfieber erreicht in Kürze wieder seinen Höhepunkt. Überall auf der Welt treibt es feierwütige Jecken auf die von Festwagen und tanzenden Leibern übersäten Straßen. Hier erfahren Sie wo man in diesem Jahr die wildesten Tanzeinlagen, ausgefallensten Straßenumzüge und närrischsten Jecken zu sehen bekommt.
Wenn man in unseren deutschen Breitengraden an Karneval denkt, dann fallen einem als erstes solch Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz ein. Und das nicht zu Unrecht, denn hier wird die fünfte Jahreszeit schon am 11. 11. unter tosendem Jubel eingeläutet und ab dem Donnerstag vor Aschermittwoch herrscht im Rheinland der regelrechte Ausnahmezustand. Aber auch in dem als Faschingsmuffel verschrienen Berlin tobt seit knapp zehn Jahren der Karnevalsbär. Die Karnevalstradition geht in der Hauptstadt bis auf das 15. Jahrhundert zurück und mittlerweile buchen Leute Flüge nach Berlin, um jeden Sonntag vor dem Rosenmontag rund eine Million aufgebrezelte Narren zum Straßenumzug zusammen. Und auch in München soll sich dieses Jahr faschingsmäßig ordentlich etwas tun: Unter dem Motto "Gaga auf dem Corso Leopold - die verrückteste Meile der Stadt" soll sich die Stadt in ein brodelndes Faschingspflaster verwandeln. Mit Flüge nach München kann man beim Schabernackt-Faschingsball im Münchner Löwenbräukeller mitfeiern, denn dort wird in diesem Jahr zum bunten Treiben eingeladen. Hier heißt es diesmal "Kommen‘s so oder so - aber mit‘m bisserl was o" und die wirklich einzige Bedingung der Veranstalter ist, dass Besucher zumindest ihre Scham bedeckt halten.
Ausgesprochen tugendhaft geht es stattdessen auf dem Höhepunkt der Wiener Faschingszeit, dem Wiener Opernball, zu. Jedes Jahr lädt Veranstalter Richard „Mörtel“ Lugner neben gut betuchten und prominenten Gästen auch einige Hollywoodschönheiten ein. Die Schauspielerin Lindsay Lohan wurde dieses Jahr als Mörtels Begleitung auserkoren und wer weiß, vielleicht bringt sie ja mal endlich ein bisschen Schwung in die Bude.
Während bei uns die Frauen den Männern die Krawatten abschneiden, Nubbel verbrannt und Vokuhila-Perücken aufgestülpt werden, geht es in anderen Teilen der Welt mit heißen Rhythmen, kiloweise Federschmuck und anmutigen Tänzen zu. Von Bonhomme in Quebec über die riesige Pappmaché-Sardine in Teneriffa bis zu barbusigen Tänzerinnen in Brasilien - hier bekommen Sie einen Überblick der glitzerbunte Welt des Karnevals und wo man am ausgelassensten feiern kann.
Köln 11. November 2009 - 17. Februar 2010
„In Kölle jebützt“ (In Köln geküsst) heißt das diesjährige Motto der rheinischen Karnevalshochburg und die Karnevalisten sind hier schon seit Monaten janz jeck vor lauter Schunkeln, Helau und Alaaf. Hunderttausende von Narren, feschen Funkenmariechen und Lappeclowns zieht es zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch auf die Straßen. Auf dem Alten Markt eröffnet das Kölner Dreigestirn um Punkt 11.11 Uhr den Straßenkarneval. Bierfreunde die Flüge nach Köln gebucht haben, sollten sich auf keinen Fall das Funkenbiwak auf dem Kölner Neumarkt entgehen lassen, denn hier kann man seine Kölsch-Stangen kostenlos mit dem frischem Gerstensaft auffüllen lassen. Wem das alles zu bunt ist, kann sich zu den düsteren Gestalten auf dem mit politischen Botschaften durchspickten „Jeisterzoch“ (Geisterzug) begeben.
Brasilien 13. - 16. Februar 2010
Brasilien bietet mit seinen rhythmischen Trommelklängen und dem Rausch aus Farben, Glitzer und nackter Haut schlichtweg das Karnevalsspektakel der Superlative. Karnevalisten aller Altersklassen ziehen in Rio de Janeiro und São Paulo bis tief in die Nacht unter tosendem Trommelwirbel durch die Straßen und in die Sambódromos, um sich dort an den Paraden der Sambaschulen zu erfreuen. Die närrischsten unter Ihnen sollten unbedingt einen Abstecher zu den spontanen und unübertrefflichen Blockpartys auf Rios Straßen machen. Der Karneval in Recife, im Nordosten Brasiliens, zählt zu den größten weltweit. Anders als die Sambamusik in Rio und die Axé-Musik in Salvador da Bahia, schwingt man in Recife zu afrikanischen Klängen des Maracatu und Frevo das Tanzbein.
New Orleans, USA 16. - 26. Februar 2010
New Orleans gilt nicht nur als die Wiege des Jazz und Voodoo, sondern auch als eine der prächtigsten und faszinierendsten Karnevalshochburgen der Welt. Am Dienstag vor Aschermittwoch, dem Mardi Gras (fetten Dienstag), versammeln sich abertausende von Musikanten und knallbunt verkleidete Jecken auf der Bourbon Street im Französischen Viertel. Weit und breit wedeln einem die seit 130 Jahren offiziellen Farben des fetten Dienstags - Gold (Kraft), Lila (Gerechtigkeit) und Grün (Glaube) - entgegen und über 60 prunkvoll geschmückte Paradewagen angeführt von einer Blaskapelle ziehen durch die Straßen und leiten die 40-tägige Fastenzeit ein.
Goa, Indien 13. - 16. Februar 2010
Karneval und Indien, das sind wohl auf dem ersten Blick zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Stimmt auch, mit Ausnahme von Goa. Die 100 km lange Küste Goas verwandelt sich jedes Jahr in ein pulsierendes und glitzerbuntes Karnevalsspektakel. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 25°C im Februar entkommt man in diesem Tropenparadies garantiert dem in unseren Landen herrschendem Schmuddelwetter. Als Bestandteil des portugiesischen Vermächtnisses tanzen in Goa zur Karnevalszeit mit viel Glitzer und Glimmer verzierte Leiber auf kunterbunten Umzügen zu wilder Musik.
Teneriffa, Spanien 26. Januar - 21. Februar 2010
Teneriffa behauptet von sich den größten „Carnaval“ Europas und den zweitgrößten der Welt zu feiern. Bei angenehmen 20°C brodeln die Straßen von Santa Cruz, Los Realejos und Puerto de la Cruz. Heiße Salsa-, Samba- und Merenguerhythmen, berauschende Akrobateneinlagen, imposante Feuerwerke und phantasievolle Kostümparaden sorgen für eine perfekte Karnevalsstimmung. Zu den Hauptattraktionen des Karnevals zählt der berühmte Tuntenwettlauf in Puerto de la Cruz, die Beerdigung der Pappmaché-Sardine und die Krönung der Karnevalskönigin in Santa Cruz.
Québec, Kanada 29. Januar - 14. Februar 2010
"Bonjour Bonhomme! Bonjour Carnaval!" klingt es aus allen Winkeln des frostklirrenden Québecs. Bei sibirischen minus 20°C bringt der über hundert Jahre alte Winterkarneval die Partystadt zum Kochen und das närrische Schneemann-Maskottchen Bonhomme regiert alljährlich zu dieser Zeit. Eines der Highlights ist das phänomenale Kanurennen und das spektakuläre Hundeschlittenrennen auf dem St. Lorenz Strom. Tausende Jecken zieht es zur Narrenzeit auf die schrill bunten Paraden auf der von Eisskulpturen gesäumten Rue Sainte-Thérèse.
Venedig, Italien 6. Februar - 16. Februar 2010
Mit dem „Volo dell’Angelo“ (Engelsflug), bei dem sich eine junge Schönheit aus 99 Metern Höhe vom Campanile auf den Markusplatz in die Menge stürzt, wird der Höhepunkt des venezianischen Karnevals eingeläutet. Der Hauptveranstaltungsort ist traditionsgemäß San Marco sowie der Palazzo Ducale. Ob Maskenwettbewerbe oder kulinarische Sinnesfreuden, Musikshows auf der Campo Santa Margherita oder die historischen Umzüge in San Marco - der zweiwöchige Carnevale di Venezia ist einfach ein absolutes Muss für jeden faschingsfreudigen Jecken.
Aalborg, Dänemark 24. - 29. Mai 2010
Den angeblich größten Karneval in Nordeuropa mit hunderttausenden Narren feiert das dänische Aalborg. Jeder kann an dem kunterbunten Treiben teilnehmen, auch die Zuschauer. Mitreißende Musik, prachtvoll geschmückte Festwagen und jecke Atmosphäre lassen den erstmals im Jahr 1983 gefeierten Karneval jahrein, jahraus größer werden. Der Freitag ist dem „Battle of Carnival Bands“, dem Wettbewerb der aus der ganzen Welt anreisenden Karnevalsgruppen, gewidmet und am Samstag wird ausgiebig auf der großen Parade vom Hafen zum Stadtpark gefeiert.
Barranquilla, Kolumbien 3. - 16. Februar 2010
Ordentlich Rambazamba verspricht der zu den weltweit farbenprächtigsten Spektakeln zählende Karneval von Barranquilla. Von der UNESCO wurde er sogar als immaterielles Weltkulturerbe erklärt. Auch das diesjährige Motto spricht für sich selbst: „Hay que verlo, vivirlo, bailarlo y gozarlo” (Man muss ihn sehen, erleben, tanzen und genießen). Mit betörenden Rhythmen wie Cumbia, Garabato und Mapalé zieht der schillernde Mega-Karnevalsumzug am Karnevalssonntag durch die Straßen der Stadt. Passen Sie bloß auf, denn anstatt mit Konfetti und Papierschlangen bewirft man sich in Barranquilla wie wild mit Blumen (Batalla de las Flores) oder sogar mit Rasierschaum und Mehl!
Basel, Schweiz 22. - 24. Februar 2010
Die Baseler Fasnacht beginnt traditionell Punkt vier Uhr morgens, am Montag nach Aschermittwoch. Dann gehen in der ganzen Stadt die Lichter aus und die drei närrischsten Tage im Jahr beginnen mit dem bewährten „Morgenstraich“ und dem Marsch zum Marktplatz. Ganz Basel ist während der fünften Jahreszeit außer Rand und Band. Tausende von fastnächtlichen Trommlern und Piccolospielern, gefolgt von abertausenden mit aufwendig verzierten Masken verkleideten Narren, beherrschen drei Tage lang die Straßen und Gassen der Stadt.
Weitere Artikel in der Rubrik Reisen und Touristik
- 1: Monteurzimmer - Ein Zuhause für Arbeiter
- 2: Gröbming - der Urlaubsort in Salzburg
- 3: Ferienwohnung Kroatien
- 4: Mallorca anders erleben
- 5: Abenteuer Zugfahrt in Indien
- 6: Neuer Sommer-Urlaubstrend: Mountain Lounging
- 7: Nordamerika: Nichts ist unmöglich
- 8: Reisen buchen - Internet oder lokales Reisebüro?
- 9: Kennen Sie das Friesendorf Keitum auf Sylt?
- 10: Sylt - Deutschlands Promi Insel