Frankreich liebäugelt mit schwachem Euro

Die neusten Kommentare aus Paris lassen den Anschein erwecken, dass die französische Regierung offenbar ein Interesse an einer weiteren Euro Abwertung hat. So sagte die französische Finanzministerin Christine Lagarde, dass ein schwacher Euro Investitionen in Frankreich attraktiv mache.

Hierbei müssen sich insbesondere potentielle Geldgeber aus dem Nicht-Euroraum wie Großbritannien, Schweiz und Schweden angesprochen fühlen. Großbritannien und Schweden lehnen einen Euro Einführung weiter ab. Für die Schweiz als nicht EU-Mitglied mit dem Schweizer Franken stand ein Beitritt zur europäischen Währungsunion ohnehin nie zur Debatte.

Seit der Euro in Slowenien und der Slowakei eingeführt wurde umfasst die Eurozone 16 Euro Mitgliedsstaaten: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Zypern.

Unterdessen sichert sich der französische Premierminister Fillon die Unterstützung von Bundeskanzlerin Merkel zu sich im Rahmen der G20 für eine größere Balance zwischen Überschussländern wie China, Japan und Deutschland, die mehr produzieren als konsumieren und Defizitländern wie den USA und Großbritannien einzusetzen. Die G20 umfassen die 20 größten Volkswirtschaften der Welt und machen 85% der Weltwirtschafsleistung aus.

Frankreich möchte offenbar seine Exporte ankurbeln. Außerhalb der Eurozone ist das am besten mit einem schwachen Euro möglich.

Griechenland und der Euro

Die Situation in Griechenland ist sowohl für Frankreich und Deutschland brisant. Es wird geschätzt, dass französische Banken und Versicherungen griechische Staatsanleihen in Höhe von 55 Milliarden halten. Das griechische Engagement der deutschen Finanzindustrie beläuft sich auf ca. 32 Milliarden Euro.

Der aktuelle Wechselkurs des Euro zum US-Dollar kann sich jedoch ein wenig erholen und hat die seit Dezember 2009 einsetzende Abwärtsbewegung vorübergehend unterbrochen. EUR/USD kann sich bis auf 1,37 erholen.

Allerdings scheint bei EUR/USD 1,37 das Aufwärtspotential des Euro gegenüber dem US-Dollar zum Erliegen zu kommen und in den nächsten Wochen rechnen Devisenhändler erneut mit einem Test des EUR/USD Tiefstandes vom 2. März 2010 bei 1,3430.

Die weitere Entwicklung beim Eurokurs zum Dollar sowie die Krise in Griechenland bleiben weiter im Blickpunkt.


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