Korea - Gemeinsame Olympische Spiele

Am 1. November 2005 melden die Nachrichtenagenturen, dass die Olympiade 2008 in China das erste Mal seit der Teilung der koreanischen Halbinsel mit einer gemeinsamen Mannschaft aus Süd- und Nordkorea und stattfinden werden.

Vergleicht man diese Meldung mit dem Prozess der Wiedereinigung von Bundesrepublik und DDR, so stellt man erstaunt fest, dass das Korea die sportliche der politischen Einheit des Landes vorwegnimmt. Sicherlich spielt es dabei eine große Rolle, dass die olympischen Spiele in China stattfinden werden, dem wichtigsten Bündnispartner von Nordkorea. China wird im Zweifelsfall solche Olympionike, die sich von der Mannschaft absetzen wollen, wieder nach Nordkorea ausweisen. Glaubt man internationalen Publikationen ist das jedenfalls die Praxis, die in China heute mit flüchtigen Nordkoreanern vollzogen wird.

Die Entscheidung eine gemeinsame Mannschaft zu den Sommerspielen 2008 zu entsenden, steht in einer Tradition, die dieses Jahr ihren Anfang nahm. Im August trafen die Damen- und Herrenfußballmannschaften beider Länder in sogenannten "Vereinigungsspielen" aufeinander. Bei den Herren gewann der Süden, bei den Damen gewann Nordkorea.

So gesehen steht es unentschieden. Eine gute sportliche Voraussetzung, um in drei Jahren zusammen in China auf Medaillenjagd zu gehen. Gemeinsame Anstrengungen zwischen beiden Staaten gibt es auch in der Grenzregion, in der nordkoreanischen Stadt Kaesong. Dort entseht eine gemeinsame Sonderwirtschaftszone. Hier können die Menschen aus beiden im ganz normalen Arbeitsalltag den Umgang miteinander einüben. Es bleibt zu hoffen, dass dort genauso viel Spaß und positive Energie zu Tage tritt, wie dies in der gemeinsamen Olympiamannschaft vermutlich der Fall sein wird.

Klaus-Martin Meyer
Diplomarbeit zum Thema Hyperaktivität im Vorschulalter


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