Aktuelles zum Thema Irak

März 2006: Fanatische Sunniten und Schiiten bekämpfen einander. Dutzende Moscheen sind zerstört und bis zu tausend Menschen sind in dem Bürgerkrieg schon ermordet worden. Der Aufstand gegen die amerikanischen Besatzer ist inzwischen nicht mehr das Hauptfeld der Aggression. Der Hass zwischen den beiden muslimischen Volksgruppen hat ist in den Vordergrund getreten.

Die Schiiten sind sehr gut organisiert und kontrollieren viele Teile Bagdads. Eine Rechtsordnung ist außer Kraft gesetzt. Schiitische oder sunnitische Kämpfer erobern Gebiete und Moscheen in Bagdad und hängen ihre Fahnen dort auf. Vor allem der Iran triumphiert: Er hat durch den Fall Saddam Husseins sein Gegengewicht im Nahen Osten verloren, baut seine Macht im Süden des Landes aus und stärkt die schiitische Minderheit nach Kräften. Da der Iran die Schiiten mit vielen Mitteln unterstützt, geraten die Nachbarländer unter Zugzwang ihrerseits wiederum die Sunniten zu unterstützen. Noch halten sich Länder wie Syrien, Jordanien, Kuwait oder Saudi-Arabien zurück.

Was jetzt im Irak beginnt, hat das Potential, zu einem Flächenbrand im gesamten Nahen Osten werden zu können. Denn die Gründe und Bedingungen für die Kämpfe finden sich in vielen Staaten wieder, von Saudi-Arabien bis zum Libanon, in denen es auch schiitische Minderheiten gibt. Mehrer Aggressionsherde treffen hier aufeinander - mehrere Machtblöcke ringen um ihre Ziele.

Nach Kennern der Lage bleibt nur noch ein sinniger Weg, die Kämpfe im Irak unter Kontrolle zu bringen: Mit Hilfe der Westmächte müssen kleine und wirklich geschützte Inseln im Irak entstehen, in denen die Bürger in Sicherheit leben und so nicht in den Strom von Hass und Angst hineingezogen werden. Gelingt dies, können diese Inseln sich ausweiten und langsam wieder Stabilität in den Irak bringen.

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