Das Naturaquarium
Egal ob in einem Meeereskundemuseum, im Tierpark oder auf einer Aquarienausstellung, Besucher jeder Altersklasse sind von den großen Schauaquarien fasziniert. Nicht nur Meeresaquarien mit Ausschnitten aus den Korallenriffen, oder die Buntbarschaquarien beeindrucken die Besucher, sondern auch die perfekten Unterwassergärten sogenannter Naturaquarien ziehen die Blicke der Betrachter auf sich.
Was ist ein Naturaquarium?
Ein Naturaquarium stellt ein Stück perfekte Unterwasserwelt dar, wie es in unserer Fantasie aussieht und unserem Empfinden für Schönheit entspricht. Das hat mit der Realität in der Natur recht wenig zu tun.
Der Begriff Naturaquarium täuscht hier aber über den tatsächlichen Sachverhalt hinweg. Wenn diese Becken so naturbelassen wären, wie es Ihr Name suggeriert, während bald modrige, veralgte und unansehnliche Aquarien die Folge. Ohne Eingreifen des Menschen würden abgestorbene Blätter am Boden bald für eine unansehnliche Schlammschicht sorgen, wenn Fische in diesen Becken gehalten werden würde der Kot ein übriges tun.
Eigentlich bedarf ein Naturaquarium sogar intensiverer Pflege als sogenannte Artenaquarien oder Gesellschaftsbecken. Alle Arbeiten, die an anderen Aquarien ausgeführt werden müssen, um ein attraktives Schmuckstück zu haben, sind auch an einem Naturaquarium nötig. Die strahlenden Grüntöne diese Unterwassergärten erreicht man auch nur, wenn ständig ältere Blätter entfernt werden und in das Pflanzenwachstum eingegriffen wird. Je nach Bedarf abgestorbene Blätter entfernen, wöchentlich Mulm absaugen, verbunden mit einem Teilwasserwechsel und eine Filterreinigung sind empfehlenswert, wenn man langfristig einen Blickfang aus diesem Becken machen will.
Dass die oft als zwingend beschriebene CO2 Düngung nicht sein muß, beweisen genügend große Schauaquarien. Wichtiger ist eine der Beckenhöhe angepasste Beleuchtung und ein geringer Fischbesatz mit kleinbleibenden lebendgebärenden Zahnkarpfen, jungen Ancistrus und evtl. einigen Salmler. Bei den Fischen sollte man darauf achten dass die Pflanzen nicht angefressen werden. Bilder auf denen Aquarien mit Sumatrabarben besetzt und mit feingliedrigen Pflanzen bestückt sind, gehören in den Bereich der schönen Fotographie und nicht in Anleitungen zur Gestaltung von Naturaquarien.
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