Strukturmerkmale von Zeitungen
Zeitungen sind sogenannte Periodika. Das bedeutet sie erscheinen regelmäßig. Klassisch gesehen ist die Zeitung ein Druckwerk. Es besteht normalerweise aus mehreren Seiten. Das Format kann dabei stark variieren. Periodizität ist allerdings nicht das einzige formale Kriterium für eine Zeitung. Es gilt das Kürzel PAUP. Es steht für Publizität, Aktualität, Universalität und Periodizität. Letzteres bedeutet, dass eine Zeitung mindestens viermal jährlich erscheinen muss.
Publizität bedeutet, dass eine Zeitung einem größeren Kreis von Personen zugänglich sein muss. Zeitung lesen darf nicht ausschließend sein. Sie muss mehr oder weniger öffentlich zugänglich sein. Üblicherweise reicht die Verfügbarkeit am Kiosk oder über Bestellung und Versand um dieses Kriterium zu erfüllen.
Um der Anforderung der Universalität Genüge zu tun, muss sich eine Zeitung auf mehr als nur ein Themengebiet erstrecken, sonst handelt es sich um eine Fachzeitschrift. Eine Zeitung setzt sich aus verschiedenen Ressorts zusammen. Das sind sozusagen die Kapitel einer Zeitung. Außen und Innenpolitik, Chronik, Kultur, Feuilleton und Wirtschaft sind die gängigen Bestandteile einer Zeitung. Nicht zu vergessen natürlich der Sportteil. Je nach Art der Zeitung sind diese Bereiche unterschiedlich stark und hochwertig ausgeprägt. Boulevard-Zeitungen tendieren dazu die Teile mit Unterhaltungscharakter stärker zu bedienen. Qualitätszeitungen hingegen setzen eher auf fundierte Hintergrunderstattung und eine Ausgewogenheit von Meinung und Fakten. Fast jede Zeitung bietet heutzutage ein Gratisabo mit dem man sich ein Bild über die Qualität und Zusammensetzung machen kann.
Aktualität erklärt sich von selbst. Die Zeitung braucht einen vernünftigen Zeitbezug. Aber das ist für ein täglich erscheinendes Medium sowieso unabdingbar, da ohne Neuigkeit kaum ein Informationsnutzen für den Leser oder die Leserin gegeben ist.
Das Wort Zeitung leitet sich im Übrigen vom mittelhochdeutschen Wort Zidunge ab. In der freien Übersetzung bedeutet das in etwa Nachricht, Neuheit oder Neuigkeit. Ursprünglich waren Zidungen einseitige Anzeigenblätter die Neuigkeiten verschiedener Wichtigkeit enthielten. Struktur und grafische sowie optische Elemente kamen erst nach und nach dazu. Besonders Karikaturen, Bilder und Fotos machten die Zeitung für viele Leser noch interessanter.