Roy Lichtenstein

Roy Lichtenstein wurde am 27. Oktober 1923 in New York geboren. Sein Vater war Makler, seine Mutter Hausfrau. Weder zu Hause noch in der Schule wurde er besonders künstlerisch beeinflusst, besuchte aber einmal wöchentlich eine Malklasse der Parson´s School of Design.

Nachdem er 1940 die High School beendet hatte, schrieb er sich an der Ohio State University in der School of Fine Arts ein , um ein Lehrdiplom an der Kunstakademie zu machen.

Aufgrund des großen Einflusses seines Professors Hoyt L. Sherman malte Lichtenstein Modelle und Stillleben im Stil des Expressionismus. Die von Professor Sherman genutzte Methode "Flash room" hinterließ auf Lichtenstein einen sehr prägenden Eindruck. Bei dieser Methode wurde der Raum abgedunkelt und kurz Bilder auf bis zu drei Leinwände projiziert. Später wurden reale Objekte an die Decke gehängt und ebenfalls kurz angestrahlt. Aufgrund des gedanklichen Nachbildes mussten die Studenten das Geschehene im Dunkeln zu Papier bringen.

Lichtenstein kombinierte in seinen späteren Werken immer wieder die Flächigkeit des Bildes mit der Präsenz des mehrdimensionalen Gegenstandes. Nach Abschluss seines Studiums im Juni 1946 begann er den Master of Fine Arts - Studiengang und erhielt 1949 seinen M.A. Danach arbeitete er eine Zeitlang im kommerziellen Grafikgeschäft, ähnlich wie Andy Warhol, wo er Entwürfe anfertigte oder Schaufenster dekorierte.´

Eines seiner populärsten Bilder entstand 1956 - die berühmte Ten Dollar Bill Grafik, die einen stark abstrahierten Zehndollarschein darstellt. Darin ließen sich die ersten Anzeichen von Pop-Art erkennen, die ihn neben Andy Warhol als einen grossen Künstler dieses Stils auszeichneten.

Für seine Grafiken, die er neben Gemälden und Skulpturen schuf, benutzte er verschiedene Techniken wie beispielsweise Lithografien, Radierungen, Siebdruck und Holzschnitte. Jedes seiner Werke bereitete er auf das genaueste vor, fast wie die alten Meister; trotzdem wollte er, dass seine Kunst aussieht , als sei sie von einer Maschine produziert. Eine von Roy Lichtensteins Eigenheiten war, dass auf der Leinwand kein Pinselstrich zu erkennen ist.

Seine Ausstellungen von Bildern des introvertierten Expressionismus, bei denen er sich u.a. Barnett Newman zum Vorbild nahm, der durch große und reine Farbflächen bekannt wurde, erregten allerdings nicht viel Aufmerksamkeit.

Im Zeitraum 1960 bis 1964, während er an der Rugers University in New Jersey angestellt war, lernte er die Extremkünstler Robert Rauschenberg und Jasper Johns kennen, die ihm den Anstoß zu seinen provokativen Comicbildern gaben. Begeistert durch dieses Experiment, brach er mit den restlichen Traditionen der bisherigen Malerei und verwandte die Imitation der industriellen Drucktechnik, insbesondere die aus den Comics bekannte Sprechblase, in seinen Bildern.

Der Durchbruch gelang ihm mit dem Bild "Look Mickey", auf dem Mickey Mouse und Donald Duck auf einem Bootssteg dargestellt waren und Donald begeistert ausruft: Look Mickey, I`ve hooked a big one!!, obwohl sich sein Angelhaken nur in seiner Jacke verfangen hat. Hinter ihm steht Mickey grinsend mit vorgehaltener Hand.

In diesem Stil malte er im gleichen Jahr weitere Bilder, wie z.B. "Mr. Bellamy", die er dem New Yorker Galeristen Leo Castelli vorlegte, welcher sie sofort für seine Galerie akzeptierte.

Nachdem 1962 alle seine Bilder an bedeutende Sammler verkauft waren und Roy Lichtenstein davon leben konnte, widmete er sich ab 1963 ganz der Malerei. So entstanden Kunstwerke wie "Girl with the Hair Ribbon" oder "Sunrise", die man nicht nur in zahlreichen Ausstellungen bewundern kann, sondern die auch, gerahmt in einem modernen matt-schwarzen Bilderrahmen aus Aluminium oder Kunststoff die Atmosphäre jedes Raumes bereichern.

1995 erhielt Roy Lichtenstein den Kyoto-Preis und 1996 von der George Washington University , Washington D.C. einen Ehrendoktor.
Er starb in Manhattan am 29. September 1997.

Theater


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