Rembrandts Gemälde: Bis heute unübertroffene Bilder
Viele Kunstkenner würden Rembrandts Werk als eines der bedeutendsten in der Geschichte der Malerei bezeichnen. Der frühneuzeitliche Künstler, der stets nur mit seinem Vornamen "Rembrandt" signierte, schuf an die Tausend Gemälde und noch mehr Zeichnungen. Rembrandt ist ein Vertreter der "goldenen Zeit" der Niederlande, niederländische Kunst, Kultur und Errungenschaften in Wirtschaft und Wissenschaft waren in dieser Periode weltgerühmt und führend. Obwohl der 1606 geborene Maler künstlerische Prinzipien wie Perspektive und Symmetrie im Schaffensprozess seiner Werke nachordnete, gehören viele seiner Bilder zu den bis heute meistdiskutierten und gewürdigten Malereien der Kunstgeschichte.
Als besonders eindrucksvoll gelten die vielen Selbstportraits des Meisters. Rembrandt vollzog im beständigen Schaffen an Selbstportraits menschliche Emotionen und Lebenszustände nach. Die eigene Person wurde so zu einem wichtigen Studienobjekt des eigenen Schaffens.
Rembrandt bringt mit Hilfe eines bis dahin ungekannten Einsatzes von Licht- und Schatteneffekten eine zu seiner Zeit ungeahnte Dynamik und Dramatik in seine Gemälde ein. Sein Bild "Die Nachtwache" brach mit bestehenden gesellschaftlichen Erwartungen an Kunst: Ein sehr düsteres Szenario begegnet dem Betrachter. Die Situation wirkt zunächst sehr unklar. Thema ist die Loslösung der Niederländer von der spanischen Krone. Dargestellt wird das Zusammentreffen einer niederländischen Bürgerwache. Diese fanden sich zur damaligen Zeit in großem Umfang zusammen, um das nationale Selbstbewusstsein gegenüber den iberischen Herrschern zu demonstrieren. Aufgrund der sehr dunkel gehaltenen Komposition verschwinden im Hintergrund stehende Details des Gemäldes geradezu. Dies verleiht dem Bild eine Rätselhaftigkeit und führte zu einer Vielzahl von unterschiedlichen Interpretationen der Darstellung. Eine neuere Theorie behauptet, es werde ein Mord gezeigt, im dunklen Teil des Gemäldes sei eine Person zu erkennen die eine Waffe auf einen Menschen im Vordergrund richte.
Zu den bekannten Gemälden Rembrandts zählt auch "Die Anatomie des Dr. Tulp", die Darstellung einer Obduktion. Zur Zeit des Malers waren solche Vorgänge gesellschaftliche Ereignisse. Auch dieses Gemälde ist sehr düster gehalten. Die Personen sind feierlich gekleidet. Obduktionen toter Menschen waren im 17. Jahrhundert oft öffentliche Veranstaltungen.
Weitere Gemälde, deren Erwähnung nicht unterbleiben sollte, sind "Das Bad der Diana mit Aktäon und Kallisto", der "Jakobssegen" und "Das Gastmahl des Belsazar".
Allen Werken Rembrandts gemein ist eine für die damalige Zeit revolutionäre Lebensnähe und Dichtheit am Geschehen. Die Welt der frühen Neuzeit und die gesellschaftlichen Verhältnisse werden in großer Naturgetreue und stark appellativ dargestellt. Dies wirkte nicht nur auf die Betrachter seiner Zeit befremdend, sondern fordert auch die Menschen der Moderne heraus, denn für uns verlangt das Betrachten Rembrandtscher Gemälde das Eintauchen in die Verhältnisse einer anderen Zeit.