Der Vater der Tigerente
Der Name Janosch ist längst eine Legende. Wer kennt nicht wenigstens eine seiner Geschichten, und wer hat in seiner Kindheit nicht wenigstens ein Accessoire im klassischen Outfit der Tigerente besessen. Im Fernsehen hat die Janosch-Figur es sogar zum Wappentier einer eigenen Sendung gebracht: Der Tigerenten-Club ist ein mehrfach ausgezeichnetes Format für Kinder.
Am 11. März 1931 wurde Janosch als Horst Eckert in Hindenburg, dem heute polnischen Zabrze, geboren. Dort wuchs er in einer Bergarbeitersiedlung auf, unter nicht eben harmonischen Bedingungen, wie er selbst diese Zeit in Interviews beschönigt.
Nach dem Krieg ging er mit seiner Familie in den Westen, in der Nähe von Oldenburg arbeitete er in einer Textilfabrik. Nach einem Abstecher auf die Krefelder Textilschule verschlug es ihn 1953 an die Münchner Akademie der Künste.
Sein Studium musste er zwar wenig später abbrechen, doch er schlug sich mit dem Radierungen und kleinen Geschichten als freischaffender Künstler durchs Leben. Ein guter Freund, der Verleger Georg Lentz, überredete den Zeichner schließlich dazu, unter dem Namen Janosch ein Kinderbuch zu veröffentlichen.
Janoschs erstes Kinderbuch, "Die Geschichte von Valek dem Pferd", erschien im Jahr 1960, gefolgt von zahlreichen weiteren Kinderbüchern in den Jahren danach.
Bis heute hat Janosch insgesamt 300 Bücher veröffentlicht, dabei war er bei den allermeisten sowohl für den Text als auch für die Illustrationen selbst verantwortlich. Seine Werke wurden in 40 Sprachen übersetzt und erreichen eine Gesamtauflage von mittlerweile über zwölf Millionen Exemplaren.
Sein erfolgreichster Titel erschien im Jahr 1979: "Oh, wie schön ist Panama" ist die Geschichte vom Tiger und vom Bär, die sich auf den Weg zum Ort ihrer Träume machen. Begleitet werden sie bei der Suche nach Panama von der Tigerente, die sich seitdem zum Markenzeichen von Janosch entwickelt hat.
Die gestreifte Ente ist mittlerweile aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken. Als Stofftier oder Wärmflasche, auf Aufklebern oder als Holzspielzeug, die Tigerente ist selbst für viele Erwachsene Symbol und Erinnerung an ihrer Kinderzeit.
Ihr Schöpfer hat sich von dem Rummel um die Tigerente allerdings verabschiedet. Janosch zog 1980 auf die spanische Insel Teneriffa, um sich dort von einer Krankheit zu erholen. Sein Haus in den Bergen wurde aber schnell zu seinem ständigen Wohnort.
Ein großer Bewunderer des Malers ist der Künstler Volker Kühn aus Bremen.
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