Musiklandschaft und Internet

"Die Zukunft kostet nichts" titelte die FAZ vor kurzer Zeit im Zusammenhang mit den Themen Musik und Internet: Gemeint waren natürlich wieder einmal die unbestreitbaren Veränderungen, die das digitale Zeitalter für die Musiklandschaft mit sich bringt.

Das Internet scheint zugleich Hoffnungsträger und Totengräber für die Musikkonzerne zu sein: Neben den dramatischen Umsatzeinbrüchen der Musikindustrie in den letzten Jahren, für die vor allem die zunehmende Nutzung der zahlreichen Tauschbörsen im Netz verantwortlich gemacht wird, sind es gerade die kommerziellen Online-Dienste wie etwa Musicload oder iTunes, die der Industrie wieder steigende Umsätze versprechen.

Dazu kommt eine wachsende Zahl an Newcomer-Börsen, die bislang unbekannten Künstlern einen Weg zu Erfolg und Ruhm versprechen und sich dabei gleichzeitig auch als Marketingplattform anbieten. Wenn solche Versprechen bislang sicherlich eher Hoffnung als Realität sind, ist es doch unbestreitbar, dass das Internet eine neue Form des Informationsaustauschs zwischen Produzenten und Konsumenten ermöglicht. So wurden die Plattenfirmen im letzten Jahr etwa auf den türkischen Sänger Muhabbet aufmerksam, nachdem dessen kostenfrei verfügbaren Songs sich zum Hit in diversen Tauschnetzwerken entwickelten. Der Künstler hat mittlerweile einen Plattenvertrag bei SonyBMG und ist auf dem besten Weg zum Teenie-Idol.

Unbestreitbar ist jedenfalls der Nutzen des Internets als Informationsplattform für die Verbraucher: Zahlreiche Online-Dienste und Musikmagazine bieten sich dem Hörer an und liefern aktuelle News und
CD-Kritiken in der Regel kostenfrei ins eigene Wohnzimmer. Problematisch ist dabei höchstens die enorme Informationsflut, die gar nicht mehr so einfach zu bewältigen ist. Wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft bringt.

Torsten Glaser [at] gonagi.de

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