Generation Handy
Die Geschichte der Mobiltelefone ist zwar lang, richtig begonnen hat sie in Deutschland aber erst Ende der 1980er Jahre mit der Einführung des sogenannten D-Netzes (D steht für digital). Dadurch konnte erstmals die zum Betrieb von Mobiltelefonen benötigte Batterieleistung deutlich verringert werden, was dazu führte, dass die neuen GSM- Telefone wesentlich kleiner wurden als ihre Vorgänger.
Dennoch: Anfang der 1990er Jahre waren Mobiltelefone immer noch ein teures Privileg weniger Geschäftsleute. Erst durch fallende Preise und weitere Formanpassung begann das Handy, auch für alle anderen interessant zu werden.
Und so brach Mitte der Neunziger ein regelrechter Boom aus, der einige Jahre anhalten sollte. Immer mehr Deutsche legten sich die mobilen Telefone zu; das Alter, in denen Kinder ihre ersten Funktelefone geschenkt bekamen, sank schnell. Denn nicht nur die reine Möglichkeit, unterwegs zu telefonieren machte neugierig; SMS und integrierte Minispiele lockten zunehmend junges Publikum an. Die Folge: Das Handy wurde zu einem Massenphänomen.
Um die Jahrtausendwende erkannten aber auch die Hersteller das Offensichtliche: der Markt stagnierte, die Bedürfnisse waren augenscheinlich fast gedeckt. Dies läutete eine Trendwende ein: Die Entwickler versuchten nicht mehr einfach nur portable Telefone zu konstruieren, sondern legten einen Schwerpunkt auf Multimediafunktionen.
So vereinigen aktuelle Handys meist mehrere Geräte in einem. Bequeme Terminverwaltung ersetzt den Kalender, MP3-Player ermöglichen ständigen Musikgenuss, Kameras sorgen dafür, dass jederzeit Schnappschüsse gemacht werden können. Auch hier wird deutlich, dass insbesondere jungendliche Zielgruppen mit der neuen Technik zufriedengestellt werden sollen.
Wo sich die Technik rasend schnell weiterentwickelte, blieben auch die Entgelte für die verschiedenen Handy-Dienste wie Telefonate oder SMS nicht stehen. Anfangs verursachte noch jedes einzelne Gespräch Kosten, mittlerweile haben viele Nutzer ein sogenanntes Minutenpaket gebucht, dass für einen fixen Preis ein Kontingent an Freiminuten zur verfügen stellt. Wer jedoch keinen günstigen Handyvertrag eingehen möchte, der kann immer noch auf Prepaid-Karten zurückgreifen. Diese funktionieren nach dem Vorbild der Telefonkarte und müssen immer wieder mit Guthaben aufgeladen werden. Doch auch hier gilt der Trend: die Preise fallen weiter.
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