Klein und scharf - Die Kontaktlinse
Ist es denn nicht schon störend genug, eine Sehschwäche zu haben? Da drückt und rutscht die Brille auf der Nase hin und her. Wäre etwas passsicheres und unsichtbares wie eine Kontaktlinse zu haben? Schauen wir uns doch einmal die Geschichte der kleinen Linsen sowie deren Vor- und Nachteile an.
Als im Jahre 1636 Renè Descartes seine Idee von einer Linse beschrieb, die direkt auf dem Auge getragen werden sollte, glaubte man ihm diesen "Irrsinn" nicht. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts wurde seine Idee verwirklicht. Eine kleine Schale aus Glas, die "Skleralschale" fand ihre Anwendung. Jedoch Material und Größe verhinderten einen Tragekomfort. Erst ab etwa 1949 wurde statt Glas Plexiglas verwendet. Die Durchlässigkeit von Sauerstoff war hierbei zwar noch nicht gegeben, jedoch war es durchaus möglich, diese 10 bis 12 Stunden zu tragen.
Die erste Sauerstoff durchlässige Kontaktlinse, jedoch noch aus einem harten Material wurde 1976 auf den Markt gebracht. Durch die Weiterentwicklung des Kunststoffs sind die Kontaktlinsen heutzutage hoch gasdurchlässig und haben eine fest-flexible Form. Die Linse mit einem Durchmesser von ca. 8-10mm wird auf einem Tränenfilm direkt auf dem Auge getragen. Die Schädigung des Auges birgt nur ein geringes Risiko, da es besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Von Nachteil ist bei dieser Art der Linse, dass diese sich durch Alterungsprozesse verformen und die Hornhaut des Auges schädigen können.
Eine Alternative bieten dagegen weiche Kontaktlinsen. Durch ihre Flexibilität können sie sich der Hornhaut besser anpassen. Mit ihrem Durchmesser von 12-16mm werden die kleinen Linsen so getragen, dass der Linsenrand unter dem Lidrand befindet. Das ist Ideal bei sportlichen Aktivitäten, da die Kontaktlinse fester im Auge sitzt und nicht verloren gehen kann. Bei Ernährungsstörungen, Ablagerungen auf den Linsen, Sauerstoffmangel sowie ähnlichen Faktoren steigt hierbei jedoch das Risiko einer Schädigung der Augen.
Mittlerweile werden auch Tages - Kontaktlinsen, so genannte "one day lenses" angeboten, die nach einmaligem Gebrauch ausgetauscht und entsorgt werden. Die modernen Silikon-Hydrogel-Linsen können schon für einen längeren Zeitraum am Tag und sogar über Nacht getragen werden. Ein Austausch dieser Linsen kann erst nach 30Tagen erfolgen. Es ist jedoch noch nicht bekannt, ob ein Risiko besteht, wenn die Linsen über längere Zeit getragen werden. Die Augenärzte sind sich in dieser Frage noch nicht einig.
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