Hoher Blutdruck
Eine unser Zivilisationskrankheiten ist der hohe Blutdruck. Dieser ist gefährlich, da anhaltend hoher Blutdruck, den man am besten mit einem Blutdruckmessgerät feststellt, allmählich zu Veränderungen an den Wänden der Blutgefäße führt. Im Laufe der Zeit verlieren diese dann ihre Elastizität. Dieser Prozess beginnt zuerst an den großen, später auch an den kleinen und kleinsten Gefäßen. Nach und nach vermindert sich der Durchmesser der Gefäße und der immer weiter voranschreitende Umbau der mittleren Arterienwand in härteres und mit Kalk durchsetztes Bindegewebe befällt nun auch die reizempfindlichen Stellen der Gefäßwände, von denen normalerweise die Dämpfung des erhöhten Blutdrucks ausgehen sollte.
Der von der Natur eingebaute regulierender Einfluss verliert damit mehr und mehr an Wirkung. Die nun unflexiblen Gefäße sind immer weniger in der Lage, das vom Herzen mit jedem Schlag gepumpte Blut aufzunehmen und weiterzubefördern. Die Folge daraus ist, dass das Herz nun versucht gegen dieses Hindernis anzupumpen, daher erhöht es seinen Druck. Die jetzt vorliegende Arteriosklerose ist wegen der verdickten, starren Gefäßwände ein Risiko für akute Gefäßverschlüsse, zum Beispiel den Gehirnschlag oder den Herzinfarkt. Viele Menschen erleiden in ihrem Leben ständig und unbemerkt kleine Hirninfarkte. Die Folgen daraus können Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sein. Weitere Folge eines zu hohen Blutdruckes kann eine Schrumpfniere sein, die fatalerweise wieder ihrerseits zur Blutdruckerhöhung führt. Selbst seelische Belastungen können zu kurzfristigen Bluthochdruckspitzen führen.
Krankhaft hoher Blutdruck (Hypertonie) bedarf einer ärztlichen Behandlung, wenn er seine Gefährlichkeit verlieren soll. Eine anhaltende medikamentöse Therapie ist hier sehr oft angebracht. Es befinden sich hierfür etliche Medikamente im Handel: Diuretika steigern die Flüssigkeits- und Salzausscheidung über die Nieren. Betablocker drosseln die Produktion des Hormons Adrenalin. Die Kalzium-Antagonisten greifen in das zentral-nervöse System ein. ACE-Hemmer blockieren das Angiotensin. Welches individuell wirksame Präparat mit den geringsten Nebenwirkungen auf den einzelnen Patienten zutrifft, muss ein Besuch beim Arzt klären. Überhöhter Blutdruck sollte grundsätzlich nur langsam absenkt werden, damit sich der Patient allmählich an die verminderten Werte gewöhnen kann. Zur Kontrolle kann der Patient selber einen Blutdruckmesser benutzen. In Abstimmung zwischen Patient und Arzt sollte im übrigen herausgefunden werden, wann tagsüber der beste Zeitpunkt für die Medikamenteneinnahme ist.
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