Sportbekleidung als kulturell verarbeitete Rüstung im Fußball

Die Geschichte des Fußballs ist lang und ihre Ausläufer reichen bis in das alte China vor 2000 Jahren zurück. Das bedeutet in irgendeiner Form wurde auf der Welt schon immer Fußball gespielt. Der moderne Fußball, so wie wir ihn heute kennen, hat seine Wurzeln in England. Im 19. Jahrhundert legten die Engländer die Strukturen, Regeln und Organisationen des heutigen Fußballs fest.

Woher kommt die Begeisterung für diesen Sport? Hierzu muss man soziologische Gedanken bemühen, um diese Frage zu beantworten. Sport in seiner ursprünglichen Form beruht auf der kriegerischen Kampfeslust, welche wohl dem Menschen anthropologisch inhärent ist.

Der Krieger, der in die Schlacht zieht, benötigt ein gewisses Training, um nicht den Kopf zu verlieren. Ausdruck der kämpferischen Übungen waren zum Beispiel der griechische Ringkampf oder die römischen Gladiatorenkämpfe. Gerade die letzt genannte erlaubt aufgrund der räumlichen Anordnung einen offensichtlichen Rückschluss zum Fußball. Die römische Arena ähnelt von der Anlage stark den Fußballstadien.

Im Mittelalter kämpfen Ritter in schillernden Rüstungen auf Turnieren und zeigen ihre Kraft und Geschicklichkeit im Kampf. Diese Sportswear ist mächtig gegen rohe Gewalt, aber unterbindet jede schnelle Bewegung. Später entwickelt sich unter Napoleon der Wehrdienst und Rüstungen werden gegen Uniformen eingetauscht. Solche Zustände wandeln sich nicht von heut auf morgen, sondern über Jahrzehnte.

Der Fußball ist seinem Wesen nach nichts weiter als ein Kampfspiel, mit Taktiken, Gewinnern, Verletzten und einer Uniform - der Fußballsportbekleidung. Die antretenden Mannschaften kennzeichnen ihre Sportswear mit den Farben ihres Vereins. Die Sportbekleidung mit Trikot, Hose, Stutzen und Fußballschuhen ist genau auf die Bedürfnisse des Spiels abgestimmt. Die Stutzen sollen vor bösen Verletzungen schützen.

Fußball gehört, aufgrund der Kampfesfreude der Spieler, welche eben anthropologisch im Menschen inne wohnt, zu den gefährlichsten Sportarten. Von den Rüstungen der Gladiatoren und Rittern ist allerdings wenig übrig geblieben. Lediglich die Stutzen sowie wilde Frisuren und Stirnbänder zeugen von roheren Zeiten. Alles in allem ist Fußball und die dazugehörige Sportbekleidung weitestgehend von seinen kriegerischen Vorbildern in einem langen kulturellen Umarbeitungsprozess losgelöst.

Allerdings wird vor diesem Hintergrund die Popularität von europäischem Fußball in den letzten 50 Jahren klarer. Europa verlagerte seine Kampfeslust in den Fußball, da es keine Kriege im historischen Sinn gab und gibt. Kriege werden auf fremden Territorien in der Ferne von einer geringen Anzahl von Soldaten ausgefochten. Der Mensch hat daraufhin seine Kampfeslust ins Fußballstadion verlagert, in welchen alle Beteiligten - Spieler und Zuschauer- gefesselt sind und alte Triebe ausgespielt werden.


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