Stromanbieter und die EU
Immer wieder wird im Fernsehen oder dem Internet mit dem Wechsel des Stromanbieters geworben. Hierbei sollen laut den Angeboten Unmengen an Kosten eingespart werden können. Voraussetzungen für eine solche Ersparnis ist natürlich der Vergleich der Anbieter.
Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass Stromkosten unterschiedlich teuer sind? War es in der Vergangenheit nicht so, dass man kaum eine Möglichkeit hatte, die Kosten des Stroms zu senken?
Die Europäische Union ist letztendlich dafür verantwortlich, dass sich so langsam aber sicher ein gewisser Wettbewerb auch im Strommarkt durchsetzt. Durch die Öffnung des nationalen Marktes in europäischer Hinsicht soll gewährleistet werden, dass auch Anbieter aus anderen europäischen Ländern einen unbeschränkten Zugang zum Markt erhalten. Unter anderem wurde von Seiten der EU beschlossen, die Stromnetze nicht mehr durch die Stromerzeuger bewirtschaften zu lassen. Dies sollte insbesondere bewirken, dass große Energieunternehmen durch Netzgebühren andere Mitbewerber ausschließen können.
Inzwischen nimmt insbesondere der Verkauf der Stromnetze erste Züge an. Durch ausländische Investoren wurden bereits große Teile des Netzes erworben, so dass die Stromanbieter in Deutschland bald alle mit der selben Ausgangssituation ausgestattet sind.
Dennoch kann man hierdurch noch lange keinen gleichberechtigten Wettbewerb erkennen. Zu groß ist die Vormachstellung der vier großen Stromlieferanten EnBW, E.ON, Vattenfall und RWE. Dies liegt nicht nur darin, dass sie die Großteile der Kraftwerke in Deutschland besitzen, sondern vielmehr, dass sie sich über die Jahre in eine Vielzahl von kleineren Wettbewerber eingekauft haben.
So kann man beispielsweise anhand der Stromanbieter Stuttgarts schnell erkennen, dass zwar mehrere Anbieter am Markt aktiv sind, sich aber EnBW bei einer Vielzahl bereits unter den Aktionären und Teilhabern befindet. Insofern sollte jedem klar sein, dass ein Wettbewerb dadurch nur bedingt möglich ist. EnBW beteiligt sich somit an der Preisgestaltung der Konkurrenz, erzielt auch hieraus satte Gewinne, was die Marktherrschaft weiter ausbauen dürfte.
In wie weit die EU hier noch weiter Einfluss nehmen kann, dem darf man sicherlich gespannt entgegen sehen.
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