Koi Karpfen - Kosten, Haltung und Verpflichtungen
Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung sind Koi-Karpfen schon seit vielen Jahren nicht mehr nur den Reichen und Schönen vorbehalten. Die Preisentwicklung auf dem europäischen Markt und die Schaffung einer Import- und Handels-Infrastruktur - insbesondere im deutschsprachigen Raum - haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die allseits als "Edel-Karpfen" bekannten Nishikigoi nun auch für den Normalverdiener erschwinglich sind.
Die Preise der Koi richten sich aber nach wie vor nach den Faktoren der Herkunft (Land, Gebiet und Züchter), Rasse (Varietät), Zeichnung, Körperbau und Alter. Ein ein- bis zweijähriger Koi ist aber bereits für einige Hundert Euro zu erstehen. Frisch geschlüpfte Exemplare erhält man meist für einige zig Euro.
Unabhängig davon sollte sich der Käufer aber im Klaren darüber sein, dass es mit dem Kauf alleine noch lange nicht getan ist. Ein Japankoi bedarf nämlich einer besonderen Haltung in einem adäquaten Gartenteich mit entsprechender Wasserqualität, Tiefe und Bepflanzung. Dies wiederum führt zu entsprechenden Ausgaben - je nachdem ob man den Teich selbst gestaltet oder dies einem professionellen Unternehmen überlässt belaufen sich die Preise für einen durchschnittlichen Koi-Teich meist auf einen unteren, fünfstelligen Euro-Betrag.
Zusätzlich fallen laufende Kosten für Futter, Teichzubehör und Instandhaltung an. Da aktuell das Koi Herpes Virus (KHV) weltweit für Furore sorgt ist zudem eine regelmäßige Untersuchung durch einen erfahrenen Veterinär insbesondere bei neu erworbenen Koi absolut unerlässlich um die Tiere selbst und den Teichbestand zu schützen.
Da Nishikigoi starke Temperatur-Schwankungen und niedrige Temperaturen meist nicht verkraften muss ein verantwortungsvoller Koi-Halter ebenfalls dafür Sorge tragen, dass die Karpfen insbesondere im Winter entsprechend geschützt werden. Für die kostengünstige Überwinterung werden die Teiche zumeist mit Dämmplatten und/oder beweglichen Kunststoff-Artefakten wie z.B. mit PE Bällen belegt.
Die komfortablere Variante ist eine zusätzliche Teichheizung die bei Einbruch des Winters einfach angeschaltet wird; aufgrund der Tatsache, dass die erzeugte Energie praktisch ungehindert nach oben abwandern kann ist dies aber dementsprechend teurer. Zudem fallen auch bei einer Teichheizung Kosten für Wartung und Instandhaltung und ggf. sogar für eine sichere, redundante Versorgung durch ein zweites Heizaggregat an.
Für absolute Koi-Enthusiasten die ihre Lieblinge auch im Winter bewundern wollen bietet sich zudem die Möglichkeit der sogenannten Innenhälterung. Hierfür wird in einem beheizten Bereich meist so oder so nur spärlich genutzt wird ( z.B. zweiter Wintergarten, Gartenlaube oder Keller) eine weitere Hälterungs-Anlage errichtet wofür natürlich meist massive Kosten entstehen.
Desweiteren entstehen Kosten für Futter und Pflege der Koi sowie ein meist ungeachteter Kostenpunkt: die Zeit. Im Gegenteil zu pflegeleichten Tieren sollte der verantwortungsvolle Koi-Halter kontinuierlich Zeit für seine Schützlinge aufbringen können, mit ihnen spielen um somit nach und nach ihr Vertrauen zu gewinnen und wirklichen Spaß am Hobby Koi haben zu können.
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