Wer hilft bei der Vornamenbedeutung?

Der Fachbegriff für die Namensforschung löst des Öfteren hochgezogene Augenbrauen aus, weil man mit dem Wort "Onomastik" beim ersten Hören bestenfalls etwas leicht Vulgäres assoziiert. "Onomastik" geht auf das griechische Wort "onoma" für "Name" zurück und diese Wissenschaft hat sich zur Aufgabe gemacht, die unterliegende Bedeutung von Namen aufzudecken.

Ganz gleich ob Ortsnamen, Flussname, Familien- oder Vornamen, fast alle Namen die wir im täglichen Gebrauch benutzen haben eine Geschichte. Viele Ortsnamen waren einst Stellenbeschreibungen, Familiennamen gehen häufig auf Berufe, Eigenschaften oder die Herkunft einer Person zurück und auch die meisten unserer Vornamen lassen sich zurückverfolgen.
Biblische Vornamen sind dabei sehr weit verbreitet, nicht nur im europäischen Raum, wie die Beispiele Daniel, Gabriel, Jakob, Joachim, Johannes, Markus, Michael, Thomas, Anna, Eva, Maria und Susanne illustrieren. Einige davon sind Hebräisch und beinhalten das Wort "El", "Gott". Daniel und Michael bedeuten "Gott richtet" und "Wer ist Gott?".

Mit der Bibel wurden diese Namen in die gesamte christliche Welt getragen. Dort entstanden alsbald einzelne Formen, die sich zum Teil stark vom Ursprung unterscheiden. Alleine der Name Jakob ist in unzähligen Formen belegt: James in England, Jakov im Russischen, Jakub im Polnischen und Tschechischem und Jacques ist die französische Form.

Ähnlich vielfältig ist Johannes ("Gott ist gnädig"). Hierzu gehören Johann, Jan, John, Jens, Janek, Iwan, Hans u.v.m. Dabei vermutet man doch gerade bei Hans, der Name sei urdeutsch.

So lassen sich viele unterschiedliche Vornamen letztlich auf einen Ursprung zurückführen. Auch Vornamen konnten dereinst zu Familiennamen werden, was oftmals dazu führt, dass Onomasten die Namensbedeutung eines Nachnamen in einem Vornamenbuch suchen müssen. Während biblische und auch germanische Vornamen gut belegt sind, ist es leider oft nicht leicht, die Namensbedeutung solcher Namen zu enträtseln, die aus anderen, fremden Kulturen, etwa aus Korea oder Afrika, zu uns gelangen. Das wird die Beschäftigung mit der Onomastik auch auf lange Sicht spannend halten.


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