Psychologie - Tiefenpsychologie
Das Zweitgeborene Kind einer Familie - Thema Psychologie bzw. Tiefenpsychologie
Wir versuchen hier auf die Besondere Situation eines zweitgeborenen Kindes einzugehen, so wie sie sich darstellen könnte. Selbstverständlich sind diese Erläuterungen nicht allumfassend, noch kann man sie auf alle Kinder dieser Konstellation spiegeln.
Es handelt sich um eine Darstellung die auf bestimmte, oft wenig beachtete Reaktionen zentriert die eine gewisse Sensibilisierung und Aufklärung bewirken möchte.
Der Zweitgeborene kommt in der Situation zur Welt ein bereits älteres gleichgeschlechtliches Geschwisterchen vorzufinden das ihm in allem eine bis zwei Nasenlängen voraus ist und bereits seine Rolle innerhalb seiner Familie gefunden hat. Wie in allen Familienkonstellationen hat auch dieses Kind zwei Möglichkeiten sich seiner Herausforderung zu stellen. Zum einen die Entmutigte: Diese resultiert immer aus der irrigen Annahme eines Kindes das es den Herausforderungen innerhalb der Familie oder der Umwelt nicht gewachsen ist, oder wie in diesem Fall es keine Möglichkeit gibt den Erstgeborenen auf irgendeinem der vorhandenen Gebiete zu überrunden. Wenn ein Kind zu dieser Annahme gelangt wird es in den relevanten Bereichen Insuffizienz zur Schau stellen und wird versuchen durch Mitleid oder kontraproduktives Verhalten Aufmerksamkeit oder Unterstützung zu erringen.
Die andere Möglichkeit ist die Mutige: Diese beinhaltet den Versuch die subjektiv empfundenen Hürden auf dem Weg zur gewünschten Rolle und Zuneigung innerhalb der Familie durch das Training bestimmter Fertigkeiten zu überwinden. In diesem Fall besitz der Zweitgeborene ein ausgeprägteres Konkurrenzdenken und hat eine kämpfende Attitüde.
Das zweitgeborene Kind muss sich von Geburt an mit älteren Geschwistern arrangieren.
Man kann sagen, es ist zur Kooperation gezwungen. Zweifellos kann es mit dem ältesten in den Kampf geraten, wenn dieses Kind das Zweitgeborene bekämpft oder zur Seite drückt. Das Zweitgeborene kann zum ewigen zweiten werden. Es sucht sich oft andere, kürzere Wege. Je größer der Konkurrenzkampf zum Erstgeborenen ist, umso größer werden die Unterschiede zwischen ihnen sein. Aber auch sonst befindet sich das zweitgeborene Kind immer in einer Konkurrenzsituation, da immer "jemand" den Vorreiter macht, es durch seine Leistung antreibt sich anzustrengen, immer ein Schritt voraus ist.
Insofern sind Zweitgeborene gut an ihrer Umtriebigkeit zu erkennen, immer unter Dampf, immer kampfbereit, immer auf dem Sprung "jemanden" zu übertreffen.
Bei allem Streben neigt das zweitgeborene Kind zur Übertreibung, schnell sind Ziele zu hoch gesteckt, dann wird der Rückzug, oft zu spät und teuer erkauft, angetreten, und die ihm bekannte Grundstimmung des Zurückgesetzten dringt durch. Nach dem Motto "das Gesetz bin ich" erträgt das zweitgeborene Kind sehr schlecht eine "fremde Macht" über sich und schafft sich gerne seine Gesetze selbst.
Aufgrund der Tatsache, dass er immer einen vor sich hat, den es für ihn gilt zu überrunden glaubt er immer kämpfen zu müssen. Er fordert die erste Position. Für einen Zweitgeborenen charakteristische Eigenschaften sind unter anderem eine Neigung andere abzuwerten und zu verletzten. Er erkennt intuitiv die Schwächen des Gegenübers. Er verfügt über ein mehr an Aggressivität. Er hat oft eine ausgeprägte Ironie und ist ehrgeizig.
Dieser Ehrgeiz verleitet ihn gerne auf verkürzte Wege da er schneller als normal an sein Ziel gelangen möchte. Er setzt sich seine eigenen Maßstäbe und neigt zur Maßlosigkeit.
Er neigt privat zum Einsetzten von Verschleierungstechniken (Nebelbomben), da er von allen geliebt werden möchte sich aber de facto nie so sehr wie der erste geliebt fühlt.
Dirk.De Souza (Psychologe der PMI GmbH)
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