Nebenkosten und keine Ende?!

Egal, ob man das Dach über dem Kopf sein Eigen nennt oder ob man zur Miete wohnt - Kosten sind unvermeidlich. Noch vor wenigen Jahrzehnten war allerdings die Relation der Faktoren Miete oder Abtragung zu den Nebenkosten noch eine ganz andere. Inzwischen sind die Nebenkosten gewaltig gestiegen und ein Ende scheint tatsächlich nicht in Sicht.

Doch was sind Nebenkosten? Das, was die meisten Menschen nicht ausreichend berücksichtigen, wenn sie ein Haus bauen oder einen Mietvertrag abschließen. Alle Preise sind gestiegen und Sparen scheint unausweichlich. Doch woran? Längst ist die Spanne zwischen Einkommen und Kosten auf ein Minimum geschrumpft - was frei verfügbar bleibt, spottet oft so mancher Beschreibung.

Also muss man die Sache mit System angehen, und das funktioniert am besten so: Zunächst werden alle Zahlungseingänge, die monatlich fest zu erwarten sind, addiert.

Nun kommt die größere Zahlenkolonne an die Reihe - alle Ausgaben, die monatlich fix zu tätigen sind. Damit man auch nichts vergisst, ist es ganz praktisch, die Kontoauszüge des Vorjahres durchzusehen und jeden Posten zu notieren, der im Laufe eines Jahres anfällt. Anschließend werden die Beträge anhand aktueller Rechnungen korrigiert. So kann man auch schnell ermitteln, wie viel die eine oder andere jährlich anfallende Rechnung auf den Monat ausmacht, denn dieses Geld muss man ja zurücklegen. Es verbleibt ein Betrag, von dem dann die variablen Kosten bestritten werden müssen: Nahrung, Kleidung, Reparaturen, Rücklagen für Neuanschaffungen, Geschenke, usw..

Tja, nun sind wir wieder beim Sparen angelangt - und da die Nebenkosten wie Strom, Gas, Wasser, Telefon, Müllabfuhr aufgrund ihrer Höhe das höchste Einsparpotential bieten, sollte man hier mit dem Sparen anfangen, zumal die Preise für Energie in den letzten und den nächsten Monaten immer höher wurden bzw. werden.

Strom lässt sich sicherlich mit neueren Geräten einsparen, doch die müssten auch wieder finanziert werden. Also muss man hier anders vorgehen - d.h., Geräte ausschalten (Fernseher, PC), wenn sie nicht benötigt werden, Energiesparlampen einsetzen, die Restwärme der Platten des Elektroherdes nutzen, evtl. mit Schnellkochtopf kochen, Kühl- und Gefrierschrank regelmäßig abtauen (falls erforderlich), keine unnötige Beleuchtung einschalten. Waschmaschinen sollten nicht mit halber Befüllung laufen und auf den Einsatz des Wäschetrockners lässt sich vielfach ganz gut verzichten.

Gas sparen - sprich also Heizkosten - kann man durch gute Isolierung von Fenstern und Türen. Die Raumtemperatur muss nicht über 20 Grad liegen (sofern keine Kleinkinder im Haushalt leben). Wichtig ist auch systematisches Lüften der Räume. Wer Roll-Laden an den Fenstern hat, sollte sie im Winter ruhig beizeiten nutzen.

Wasser verbrauchen wir meist recht verschwenderisch, ohne dabei zu beachten, dass Frisch- und Abwasser in der Jahresabrechnung einen nicht unerheblichen Posten ausmachen. Mit Duschen statt Baden lässt sich am besten sparen - dabei kann man den Wasserverbrauch reduzierende Duschköpfe aufschrauben und während des Einseifens das Wasser ganz abdrehen. Wie bereits erwähnt, sollten nur voll beladene Waschmaschinen eingeschaltet werden. Viele Maschinen verfügen über ein Wasser-Sparprogramm, das man ruhig nutzen sollte. Wer seinen Tagesablauf genau beobachtet, stellt schnell fest, wo man hier und da einen Liter oder mehr sparen kann. Aufs Jahr gesehen summiert sich das ganz schön!

Etwas einfacher wird einem das Sparen beim Telefon/Internet gemacht. Die Konkurrenz auf diesem Gebiet ist so groß, dass die verschiedenen Firmen sich mit immer günstigeren Pauschalangeboten übertreffen möchten. Wer ein wenig vergleicht und das seinem Konsumverhalten entsprechende Angebot aussucht, kann jährlich etliche Euros sparen. Das gilt auch für das Handy und mittlerweile auch für den Fernsehempfang.

Sparen lässt sich auch beim Müll - und Mülleinsparen bringt auch der Umwelt etwas. Statt jeweils einer Tonne für Restmüll, Recycling-Verpackungen, Papier und Biomüll und der damit verbundenen Kosten reicht eigentlich schon die kleine Tonne für Restmüll. Recycling-Verpackungen sind über den grünen Punkt bereits in der Entsorgung und Wiederaufbereitung erfasst - sie können im gelben Sack gesammelt werden. In einem Karton lässt sich Papiermüll gut sammeln, und da man meist regelmäßig am Papiercontainer vorbeikommt, kann man das Altpapier auch dort entsorgen. Die Biotonne kann natürlich nur der einsparen, der über die Möglichkeit verfügt, einen bzw. zwei Komposter in den Garten zu stellen. Hier sind die günstigen, offenen Varianten empfehlenswert, denn sie kompostieren viel schneller. Einige Firmen stellen sogar schon Verpackungen für ihre Nudelprodukte aus kompostierbaren Materialien her!

Letztlich lässt sich auch beim Lebensmitteleinkauf sparen. Frisches Gemüse und Obst der Saison direkt beim Bauern zu kaufen, ist nicht nur günstiger, sondern schmeckt auch besser. Oft kann man dort auch recht preiswert Fleisch und Geflügel kaufen - und weiß auch, woher es kommt. Passt man beim Einkauf auf, lässt sich bei den Nahrungsmitteln trotz der teils immensen Preiserhöhungen noch sparen. Oft wird zu gedankenlos zu Fertiggerichten oder Fertigprodukten gegriffen - das ist nicht nur teuer und selten gesund, sondern schmeckt meist nicht so gut.

Die Benzinkosten für das Auto lassen sich übrigens auch senken - durch vernünftige Fahrweise oder den Einsatz des Fahrrades auf Kurzstrecken.

Letztlich sei noch angemerkt, dass ein Durchforsten der verschiedenen Versicherungen lohnend sein kann. Manche Versicherung ist zu teuer und man kann den gleichen Versicherungsschutz bei einem anderen Anbieter günstiger erhalten. Dies betrifft besonders die kostenintensiven Versicherungen für Auto, Rechtsschutz oder Gebäude.


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