Kräuter sammeln
Es ist nicht unbedingt erforderlich, einen eigenen Kräutergarten anzulegen, denn viele Pflanzen und Kräuter kann man in freier Natur sammeln. Doch auch dabei wollen gewisse Regeln beachtet werden, beispielsweise dürfen nur ganz frische und gesunde Pflanzen nach Hause gebracht werden. So sind Pflanzen, die am Straßenrand, an Bahngleisen oder in der Nähe von Fabriken wachsen, zur Verwendung in der Küche oder gar als Heilkräuter denkbar ungeeignet. Wurden Acker oder Wiese mit Schädlingsbekämpfungsmittel oder Kunstdünger behandelt, kommen dort wachsende Pflanzen ebenfalls nicht in Frage.
Die besten Ernteplätze bieten Wald, Wiese und die Umgebung von sauberen Bächen oder Teichen. Es sollten einwandfreie Pflanzen oder Pflanzenteile ausgesucht werden, die weder von Insekten angefressen, befallen oder schimmelig sind. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Kräuter nicht im Korb vermischt werden - das erspart späteres mühsames Sortieren. Plastiktüten sollte man beim Sammeln nicht verwenden, da die Pflanzen darin dunsten.
Warum nicht mal einen erholsamen Spaziergang mit Kräuter sammeln verknüpfen?
Die beste Tageszeit zum Sammeln ist der späte Vormittag, wobei es weder regnerisch noch nebelig sein sollte. Die Pflanzen dürfen auch nicht mehr von Tau überzogen sein. Lediglich Wurzeln sammelt man morgens. Naturliebhaber sammeln nie mehr Pflanzen, als sie tatsächlich benötigen und direkt verarbeiten können. Auch sollten nie mehr als 20 % der Blätter abgepflückt werden, da die Pflanze sonst nicht überleben kann.
Beim Trocknen der Kräuter muss beachtet werden, dass sie nicht zu großer Hitze wie in der Sonne oder nah am Ofen ausgesetzt werden. Der Trockenplatz sollte auch keiner Zugluft ausgesetzt sein. Ein trockener Dachboden oder gut belüfteter Kellerraum sind ideale Plätze. Ähnlich wie Gartenkräuter werden die wild wachsenden Pflanzen bundweise zusammengelegt auf großen Tabletts getrocknet. Kräuter müssen knisternd trocknen, aber immer noch grün sein. Bei zu großer Hitze werden sie braun und verlieren Wirkung und Geschmack. Die getrockneten Pflanzen bewahrt man in Gläsern, Dosen oder Pappschachteln auf, damit sie nicht verstauben. Mit Feuchtigkeit sollten sie nicht in Berührung kommen, da sie ansonsten modrig werden.