Europas Sprachen. Auf einem Niveau?
"Ich kann viel besser Englisch sprechen als du Französisch!" hallte es auf dem Schulhof, als Hänschen seine Mitschülerin Gretel hänselte. Gretel murrte in sich hinein: "Das kann der doch gar nicht wissen. Wie will dieser Angeber denn das vergleichen?". Diese Frage stellten sich auch viele gut bezahlte Politiker des Europarats, die aber wie gewöhnlich auch hierauf bald eine Antwort fanden, die auch die letzten Kritiker verblüffte: Es solle ein System von sprachübergreifenden Sprachzertifikaten geben, in das auch schon vorhandene Sprachzertifikate eingeordnet werden können. Die Niveaustufen sind somit auf jede europäische Sprache anwendbar.
Wofür?
Sprachenzertifikate werden gewöhnlich dann gebraucht, wenn es darum geht, die Sprachkenntnisse von Personen einzustufen, um bei ihnen eine Qualifikation für Beruf und Alltag feststellen zu können. So befindet sich der Mensch als Jäger und Sammler stets auf der Suche nach solchen Urkunden. Aber Zertifikat ist nicht gleich Zertifikat. Damit sich die Exemplare der Spezies Mensch nicht auf der falschen Fährte befinden, sollten sie tunlichst nur hinter Zertifikaten von renommierten Organisationen her sein. Nur solche Nachweise sind etwas wert und werden von Arbeitgebern, Staaten und staatlichen Instituten oder Organisationen anerkannt.
Welche?
Als kleiner Abriss folgt eine Liste der wichtigsten Sprachenzertifikate:
- LCCI: Abkürzung für London Chamber of Commerce and Industry. Diese Fremdsprachen-Zertifikate werden wegen ihrer Spezialisierung auf Berufsgruppen sehr geschätzt und somit von zahlreichen internationalen und international renommierten Wirtschaftsunternehmen für Einstellungen und die Personalweiterbildung berücksichtigt
- TOEIC: Der TOEIC® Test ist keine Bestehensprüfung sondern ein Einstufungstest, der die persönlichen Englischkenntnisse dokumentiert.
- DSH: Abkürzung für "Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang".
- Zertifikat Deutsch (TELC B1): Dieses Zertifikat muss vorgezeigt werden, wenn man in Deutschland eingebürgert werden möchte.
Und jetzt: TELC - The European Language Certificates
Ist Ihnen in der eben gelesenen Liste etwas aufgefallen? Was stand da noch hinter "Zertifikat Deutsch"? Ja ha, genau. Da stand "TELC B1". Will bedeuten: Innerhalb der TELC Kompetenzstufen wird das Zertifikat Deutsch in die Stufe B1 eingeordnet, was soviel bedeutet wie: Diese Sprachkenntnisse sind vergleichbar mit "Certificate in English" oder "Français pour la profession". Wer mehr Input braucht und überprüfen möchte, wo sich die anderen Zertifikate innerhalb des GERR (Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen) befinden, kann seinen Hunger nach Wissen hier stillen: Zertifikatsabschlüsse im europäischen Referenzrahmen
Was bleibt?
Es bleibt die Erkenntnis, dass die Spezies Mensch nicht nur bekannt für ihre Fähigkeit des Suchens und Jagens ist, sondern eine weitere bisher verkannte Fähigkeit besitzt. Alles - und wirklich ausnahmslos alles - wird in ein System eingeordnet.
Weitere Artikel in der Rubrik Bildung und Lernen
- 1: Fernstudium der Sozialpädagogik
- 2: Geld sparen als Student
- 3: Ebooks sind Zukunft
- 4: Bildungsgutscheine in Deutschland
- 5: BundesAusbildungsförderungsGesetz, kurz BAföG
- 6: Musikunterricht - ein Muss für Kinder!
- 7: Ab in den Bildungsurlaub
- 8: Rechenschwäche im Vorschulalter
- 9: Ein achtes Weltwunder
- 10: Lernen durch Hörbücher