Heilpraktiker Ausbildung für Psychotherapie

Als Coach oder Berater arbeitet man mit Menschen, die sich beruflich oder persönlich weiterentwickeln wollen. Während früher man den Coach eher aus dem Sport kannte, gibt es heute die verschiedensten Angebote, z.B. besserer Umgang mit Mitarbeitern, Strategien für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit oder Bewerbertraining für Berufseinsteiger.

Wenn der Klient Vertrauen in den Coach oder Berater gefasst hat, kommt es gelegentlich vor, dass er über Probleme spricht, die mit dem ursprünglichen Auftrag nichts zu tun haben. Plötzlich stehen da Selbstzweifel, Ängste oder depressive Erschöpfung im Mittelpunkt. Ein Klient, der vielleicht über berufliche Veränderung nachdenkt, berichtet über ein Gefühl von Burnout und Erschöpfung. Auch soziale Unsicherheit oder übermäßiger Alkoholgenuss ist vor allem im Managementbereich nicht selten.

Als Coach kommt man dadurch in eine schwierige Position, weil man es plötzlich mit psychischen Störungen zu tun hat. Psychische Störungen liegen dann vor, wenn eine bestimmte Anzahl an Symptomen und ein gewisser Leidensdruck vorhanden sind.

Aber: Ein Coach oder Berater darf rein rechtlich eine psychische Störung gar nicht diagnostizieren oder behandeln. Das heißt, wenn der Klient gerade Vertrauen aufgebaut hat und tiefere Probleme berichtet, muss der Coach ihn an einen Therapeuten überweisen.

Deshalb gehen immer mehr Coachs und Berater zum Gesundheitsamt um eine Zulassung als Heilpraktiker für Psychotherapie zu erhalten. Als Psychotherapeut dürfen sie dann weiter mit dem Klienten arbeiten und wichtige psychische Störungen behandeln, solange sie nicht organisch verursacht oder besser mit Medikamenten zu behandeln sind.

Der Heilpraktiker (für Psychotherapie) ist neben den Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten der einzige Berufszweig, der Psychotherapie rechtlich anwenden darf.

Bei den Heilpraktikern gibt es den "großen" Heilpraktiker (der auch Naturheilverfahren anwenden darf) und den Heilpraktiker für Psychotherapie Der Heilpraktiker für Psychotherapie darf psychotherapeutisch Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen, sexuelle Störungen und weitere psychische Störungen behandeln, wenn sie nicht organisch verursacht sind.

Die Zulassung als Heilpraktiker für Psychotherapie erteilt das Gesundheitsamt nach einer schriftlichen und oder mündlichen Überprüfung des Fachwissens. Bei dieser Überprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er sich mit den wichtigsten Störungsbildern auskennt und weiß, wie er in Krisensituationen, z.B. bei Selbstmordgefährdung des Klienten reagieren muss.

Da dieses Fachwissen eher schwierig und unzureichend im Selbststudium zu erlangen ist, gibt es bundesweit als Prüfungsvorbereitungskurse die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Hier erlangt ein Coach oder Berater, der schon methodische Beratungskompetenzen hat, diagnostisches, psychiatrisches und therapeutisches Wissen. Oft lohnt sich so ein Prüfungsvorbereitungskurs, da das Wissen gut aufbereitet und vorstrukturiert angeboten wird.

Nach erfolgreichem Abschluss der Überprüfung beim Gesundheitsamt, erhält der Prüfling die staatliche Zulassung zur Ausübung von Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz und ist als Heilpraktiker für Psychotherapie rechtlich abgesichert. Für den Coach erschließt sich nicht zuletzt als Heilpraktiker für Psychotherapie ein weiteres Berufsfeld mit zusätzlichem Klientel.


Weitere Artikel in der Rubrik Beruf und Karriere

Google Anzeigen