Der Begriff Fürsorge

Was versteht man eigentlich unter Fürsorge? Sucht man unter diesem Begriff bei einschlägigen Suchmaschinen im Internet, so stellt man überrascht fest, dass davon eigentlich alle Lebensbereiche betroffen sind.

Wer beispielsweise früher krank wurde, musste auf die Mildtätigkeit von Kirche und Adel setzen, denn ein gesetzliches Krankenversicherungssystem gibt es erst seit 1883. Davor gab es bereits einen Zusammenschluss von Handwerkern und Bergleuten in so genannten Gewerkvereinen, die regelmäßig für Kranke, Invalide und Hinterbliebene sammelten. 1848 wurde die erste private Krankenversicherung gegründet.

Der Begriff Fürsorge wurde etwa Anfang des 20. Jahrhunderts für die bis dahin gängigen Bezeichnungen wie Armenpflege und Wohlfahrtspflege eingesetzt und enthielt reformerische Konzepte. Öffentliche und private Träger der Sozialarbeit schlossen sich zum Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge zusammen. Um 1960 wurde wiederum der Begriff Fürsorge durch Bezeichnungen wie Sozialarbeit und Sozialpädagogik ersetzt.

Wie schon erwähnt, gibt es Fürsorge in nahezu jedem Lebensbereich. Darunter fällt die Fürsorge für Kinder, Senioren, Kranke, Arbeitnehmer usw., was bedeutet, Menschen in Notsituationen unterschiedlicher Art beizustehen oder Vorsorge zu treffen, damit keine noch schlechteren Lebensumstände eintreten.

Zunächst haben Familienmitglieder untereinander eine Fürsorgepflicht, Eltern für ihre Kinder und später die Kinder für ihre Eltern. Auch Schule und Arbeitnehmer haben gegenüber den ihnen anvertrauten Schülern oder Arbeitnehmern eine Fürsorgepflicht.

Dort, wo Menschen nicht durch die Familie aufgefangen werden, übernehmen private oder staatliche Einrichtungen die Aufgabe, die Not der betroffenen Personen zu lindern. Einrichtungen wie Caritas, DRK, Malteser oder Arbeiterwohlfahrt, aber auch öffentliche Stellen wie Jugendamt und Sozialamt unterstützen Menschen bei der Lebensgestaltung. Dabei wird hinterfragt, welche individuellen oder gesellschaftlichen Umstände dazu geführt haben, dass Menschen in eine persönliche Misere geraten sind. Es wird versucht, die wirtschaftlichen oder psychosozialen Hindernisse abzubauen oder präventiv tätig zu werden. Leider werden die Möglichkeiten der sozialen Arbeit immer geringer, da sowohl privaten als auch den staatlichen Stellen die finanziellen Mittel fehlen. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, denn es wird gerade in schlechten Zeiten mehr Hilfe benötigt, sei es in sozialer, psychosozialer oder pädagogischer Hinsicht.


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