Das Passivhaus als Nachfolger vom Niedrigenergiehaus
Das Passivhaus kann der Baustandard der Zukunft werden. Doch durch falsche Planung und schlechte Bauausführung werden die Vorteile des Passivhauses schnell zu Nichte gemacht.
Jedes mal, wenn die Energiepreise wieder steigen, wird den meisten Eigenheimbesitzern wieder bewußt, daß die Heizkosten mittlerweile den größten Anteil an den anfallenden Hauskosten ausmachen. So war vor wenigen Jahrzehnten das Energiesparen bei der Hausheizung überhaupt kein Thema. Erste, dünne Dämmungen von Häusern wurden erst in den 60er Jahren beim Hausbau eingesetzt. Zu dieser Zeit kamen auch die ersten Isolierverglasungen zum Einsatz.
Mittlerweile stehen ausgezeichnete Isoliermaterialien und spezielle Passivhausfenster zur Verfügung - trotzdem werden diese im Bezug auf die Gesamtmenge der Neubauten so gut wie nicht eingesetzt. Seit Jahren wird das Niedrigenergiehaus oder auch Energiesparhaus angeboten und setzt sich erst jetzt langsam durch - vor allem aber aufgrund der neuen Energiesparverordnung - weniger aus Wissen und Überzeugung von Bauträgern und Bauherren.
Noch schwerer als das Niedrigenergiehaus tut sich das Passivhaus. Es scheint, daß der Gedanke, ein Haus ohne konventionelle Heizung bauen zu können, bei den meisten Menschen eher Abneigung denn Begeisterung hervorruft. Wie ist es sonst zu erklären, das heute - zehn Jahre nach dem Bau des ersten Passivhauses - noch immer mit veralteten Methoden gebaut wird?
Wenn man sich die Neubaugebiete dieser Republik anschaut, hat sich wenig getan. Bodenplatten werden wie vor Jahrzehnten hergestellt, Wände werden dünn und nicht konsequent isoliert. Einfache Fenster werden verbaut. Wärmebrücken und andere Baufehler an allen Orten. Es ist vor allem die Diskrepanz zwischen Planung und tatsächlicher Bauausführung, die den optimalen Bau verhindern.
Auf der Baustelle herrscht häufig die Meinung "das geht auch so" und "haben wir schon immer so gemacht" vor. Rühmliche Ausnahmen gibt es - sind aber selten. Besonders schwierig wird diese Tatsache, wenn man ein Passivhaus planen und bauen will, weil hierbei der Zwang zur perfekten Bauausführung besteht. Fehler bei der Ausführung können hier nicht durch eine überdimensionierte Heizung aufgefangen werden.
Wer also ein Passivhaus bauen möchte, sollte dieses entweder in Eigenleistung tun oder eine sehr gute Bauüberwachung einsetzen.
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